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Rechtstipp bei anwalt.de: http://www.anwalt.de/rechtstipps/mietnomaden-und-schadensersatz_018674.html
Autor: Treutler Rechtsanwälte Fachanwälte  Partnerschaftsgesellschaft Regensburg

Ein frustrierter Vermieter auf dem Weg durch sein Eigentum. Nach monatelangem Streit ist der Mieter endlich ausgezogen. Doch neben den fehlenden Mieteinnahmen muss der Eigentümer jetzt wohl auch noch auf eigene Kosten sanieren. Abgeschlagener Putz, völlig verdreckte Wände und feuchtes Mauerwerk. Wortlos hat ihm der Mieter irgendwann den Schlüssel in den Briefkasten geworfen und sich sang- und klanglos verabschiedet. 

Das ist natürlich der Albtraum jedes Vermieters. Wie kann ich mich denn vor so einer Situation schützen? Das ist Thema heute bei uns in „Recht und Finanzen“, und ich begrüße Elke Olbrich. Sie ist Rechtsanwältin an der Kanzlei Treutler Rechtsanwälte Fachanwälte in Regensburg. Frau Olbrich, herzlich willkommen! 

O: Guten Abend! 

L: Frau Olbrich, gleich mal vorweg die Frage: wie kann es denn passieren, dass ich als Vermieter plötzlich meine Mieter nicht mehr loswerde, die mir keine Miete zahlen, dass das mitunter sehr lange dauert, bis ich die wieder raus habe aus meiner Wohnung? 

O: Gut, zunächst informiert sich der Vermieter im Vorfeld oftmals zu wenig über seine Mieter, zum anderen wartet der auch zu lange, bis er Schritte ergreift um den Mieter loszuwerden. 

L: Wie lange kann das im Extremfall dauern, bis sich die tatsächlich gerichtlich vor die Tür gesetzt habe? 

O: Das ist abhängig vom Gericht. Das kann sich ein halbes bis ein Jahr schon hinziehen und bis dann auch der Gerichtsvollzieher das Räumungsurteil vollstreckt. 

L: Ja, alles Zeit, in der ich keine Miete bekomme. Das heißt, ich sollte mich natürlich im besten Fall vorher absichern. Was darf ich denn ganz offiziell von einem Mieter alles verlangen an Auskunft, bevor ich dem einen Mietvertrag gebe? 

O: Gut, alles, was im Zusammenhang mit dem Mietverhältnis steht, darf ich fragen. Zum Beispiel darf ich nach den Einkommensverhältnissen meines Mieters fragen – nach Nettoeinkommen. Ich kann mir hierzu auch einen Gehaltsnachweis vorlegen lassen oder eine Schufa-Auskunft des Mieters. Und der Mieter muss hierzu auch wahrheitsgemäße Angaben machen. 

L: Ja, denn sonst was passiert, wenn er die nicht macht? 

O: Wenn die nicht macht, dann ist der Vermieter berechtigt, das Mietverhältnis vor Einzug des Mieters wegen arglistiger Täuschung anzufechten. Dann existiert dieser Mietvertrag nicht mehr. 

L: Wichtig ist auch die Kaution! Die sollte er auch schon möglichst im Vorfeld klarmachen. 

O: Die Kaution, ja gut, da ist der Mieter berechtigt, diese in drei Monatsraten zu zahlen aber da gibt es jetzt Bestrebungen der Mietrechtsreform, dass es auch hier ein fristloses Kündigungsrecht für den Vermieter geben soll, wenn der Mieter mit Zahlung der Kaution in Verzug ist. 

L: Jetzt, wenn der Fall eintritt, der Mieter zahlt das erste Mal seine Miete nicht, da müssen ja bei mir als Vermieter eigentlich schon alle Alarmglocken läuten. Wie gehe ich denn da am besten vor? 

O: Ich sollte zunächst vielleicht mal nachfragen, warum er nicht bezahlt hat. Wenn er dann damit an zwei Terminen mit der Miete in Verzug ist, beziehungsweise mit einem Betrag, der zwei Mieten entspricht, dann kann ich fristlos kündigen. 

L: Und wenn er jetzt auf die Kündigung nicht reagiert, der Mieter, was mache ich dann am besten? O: Wenn die Kündigungsfrist abgelaufen ist, dann muss ich beim zuständigen Gericht Räumungsklage einlegen. 

L: Und da sollte ich auch keinesfalls selber irgendwelche Schritte ergreifen, sondern wirklich den amtlichen Weg gehen. 

O: Genau, also Schlösser austauschen geht in diesem Fall nicht, weil da macht sich auch der Vermieter des Hausfriedensbruchs strafbar und ist unter Umständen auch schadensersatzpflichtig. 

L: Also, da ist es wichtig, schnell zu reagieren, auch richtig zu reagieren. Ein anderes Thema ist noch Schadensersatz. Es kann ja sein, der Mieter, der beschädigt meine Wohnung, macht einiges kaputt. Was muss ich denn da beachten, um den Schadensersatz auch richtig geltend zu machen? 

O: Das ist es eben wichtig, dass ich eben, binnen eines halben Jahres nach Übergabe der Wohnung diese Ansprüche geltend mache. 

L: Es kann zwar sein, ich kriege sofort nicht mein Geld aber wenn ich den Titel mal habe, wie lang gilt das dann theoretisch? 

O: Wenn ich den Titel habe, dann kann ich 30 Jahre lang diesen Titel gegen meinen ehemaligen Mieter vollstrecken. 

L: Also da gibt es noch Hoffnung dann, sein Geld wiederzusehen. 

O: Da gibt es noch Hoffnung. Dann danke ich Ihnen, dass Sie heute bei uns waren! Ihnen, liebe Zuschauer, sollten Sie Vermieter sein wünsche ich, dass Sie nicht in die Situation kommen aber wenn, Sie haben es gehört, dann schnell reagieren und richtig reagieren. Und wenn Sie dazu noch Informationen suchen, dann können Sie zum Beispiel im Internet auf die Seite www.t-anwaelte.de gehen. 

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