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Wladimir Putin hat heute den Verkehr über die Krim-Brücke eröffnet und ist selbst über die Brücke gefahren. Dieser Tag ist laut dem Pressensprecher des russischen Präsidenten symbolisch geworden.

Dmitri Peskow betonte, dass das Staatsoberhaupt erneut demonstriert hätte, dass sogar die ambitiösesten Pläne Realität werden können.

Über ein Jahrhundert ist das Projekt einer Brücke oder eines anderen Übergangs über die Straße von Kertsch im Gespräch. Es wurden Pläne unterschiedlicher Art geschmiedet und immer wieder aufgegeben. Das vielfache Scheitern des Projekts sollte auch heute zu denken geben. Die Brücke war lange Zeit ein Mythos. Erstmals hatte Anfang des 20. Jahrhundert Wassily Mendelejew (1886-1922), Sohn des berühmten russischen Chemikers und Naturwissenschaftlers Dmitry Mendelejew (1834-1907), den Vorschlag gemacht, die Meerenge mit einem Damm zu verbinden. Wassily Mendelejew war Schiffsbauingenieur. Noch vor dem Ersten Weltkrieg planten die Briten, eine Eisenbahnstrecke über die Kertscher Meerenge zu bauen, die weiter bis nach Indien führen sollte. Auch dies blieb letztlich ein Gedankenspiel. Mit dem Bau einer Brücke begannen dann tatsächlich im Mai 1943 erstmals die Deutschen während der Okkupation weiter Teile der Ukraine, der Krim und des Kaukasus. Die Idee habe Hitlers Chefarchitekt und Rüstungsminister Albert Speer, so heißt es, Anfang 1943 ins Gespräch gebracht. Das bis Oktober 1943 immerhin zu einem Drittel bereits vollendete Bauwerk wurde unter dem Ansturm der Roten Armee von den deutschen Truppen gesprengt. Nach deren Abzug fanden die Sowjets noch reichlich Material vor und führten das Werk zu Ende. Jedoch überstand die Brücke einen Eissturm nicht und stürzte ein; seitdem ist die Stelle vakant. 1953 wurde ein Fährverkehr für Automobile und Eisenbahn über die Meerenge eingerichtet. 1996 musste man wegen technischer Engpässe den Eisenbahnfährverkehr vorübergehend einstellen, er wurde 2004 wieder aufgenommen. Am 19. November 1993 unterzeichneten in Moskau Vizepremier Alexander Schochin, der Gouverneur des Krasnodar Krai, zu dem die russische Seite der Meerenge gehört, Nikolai Jegorow und die Vertreter einer französischen Firma ein Protokoll über ein Brückenbauvorhaben. Der Vertrag wurde nie realisiert. Über das Projekt wurde seit etwa 2000 immer wieder diskutiert. Am 20. August 2000 schlossen der Moskauer Bürgermeister Jury Luschkow und der Vorsitzende des Obersten Sowjet (Oberhaupt) der Krim Leonid Gratsch einen Vertrag über die Gründung einer Kertscher Brücken-AG zur Ausarbeitung des Projekts einer Brücke aus drei Tranchen. Die Kosten wurden damals auf eine halbe bis eine Milliarde Dollar geschätzt. Beide Seiten verloren jedoch schon bald das Interesse. Im August 2004 kündigte die Regierung der Krim die Ausarbeitung eines Entwurfs eines unterirdischen Übergangs, d.h. eines Tunnels, unter der Meerenge an, der auf etwa 780 Millionen Dollar veranschlagt wurde. Doch auch aus diesem Projekt wurde nichts. Diesmal aus „politischen Gründen“ – das Vorhaben wurde im Gefolge der Orangerevolution 2004/2005 gestoppt. Am 28. April 2008 teilte der russische Premier Viktor Subkow mit, dass die Transport-minister Russlands und der Ukraine den Auftrag erhalten hätten, Vorschläge zu einem Brückenbau auszuarbeiten. Im Oktober des Jahres stoppte das ukrainische Außenministerium das Projekt bis zur Regelung der Frage der Grenzziehung. Dabei ging es auch um den Status der Insel Tusla in der Mitte der Meerenge. Vor den Maidan-Protesten hatten der russische Präsident Wladimir Putin und sein ukrainischer Kollege Viktor Janukowytsch ein Abkommen über den Bau eines Schwarzmeer-Übergangs über die Meerenge der Straße von Kertsch geschlossen. Das war am 17. Dezember 2013. Im März 2014 beauftragte der russische Ministerpräsident Medwedew die staatliche Straßenbauagentur Awtodor mit der Gründung einer Tochtergesellschaft zum Bau einer Brücke sowie Erstellung einer Machbarkeitsstudie. Die Brücke, über die eine zweigleisige Eisenbahnstrecke und eine vierspurige Autobahn führen sollen, soll bis 2018 bzw. 2020 fertiggestellt werden. Arkadi Rotenberg, Vertrauter von Präsident Putin und persönlich mit Sanktionen belegt von der EU und den USA wegen der Ukraine-Krise erhielt den Auftrag. Planung und Bau der Brücke durch den Konzern Stroygazmontazh. Projektvolumen der Brücke: 228 Mrd. Rbl. (3,3 Mrd. $). Die Brücke wird eine Länge von 19 km haben. Aus dem russischen Staatshaushalt werden 228 Mrd. Rubel bereitgestellt, wobei die beiden Zufahrten zur Brücke von der Krim und der Region Krasnodar anderweitig finanziert werden sollen. Im Oktober 2015 waren die Bauarbeiten zur Baustelleneinrichtung weit vorangeschritten.   Quelle: http://www.eurasischesmagazin.de/arti... 

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