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Gegenwärtig findet das größte Artensterben seit dem Verschwinden der Saurier statt. Jeden Tag wird die Erde um 150 Tier- und Pflanzenarten ärmer. Bis zum Jahr 2030 werden über eineinhalb Millionen Arten verschwunden sein - auf allen Kontinenten, in allen Meeren. Soll dieser Prozess noch aufgehalten werden, müssten sich die Menschen in ihrer Lebensweise extrem einschränken.

Ein Film von Achim Kampmann
© 2007, Lizenz Medienkontor

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Wie schwer es ist, den Raubbau an der Natur zu stoppen, zeigt sich am deutlichsten beim Fischfang. Hier geht es nicht um Reichtum oder Luxusgüter, sondern um die Lebensgrundlage von Milliarden Menschen. In ihrem jüngsten Bericht warnt die Welternährungsorganisation FAO eindringlich vor der weiteren Ausbeutung der Meere: Jede vierte Fischart ist bereits dezimiert, sieben Prozent aller Fischsorten sind in den letzten Jahren verschwunden.
Im Atlantik sind Kabeljau und Seehecht gefährlich überfischt, in der Ostsee sind es Dorsch und Lachs, die Thunfischbestände im Mittelmeer brechen derzeit vollständig zusammen und selbst die kleinen Sardinen, früher ein Allerweltsfisch, sind stark dezimiert. Obwohl zahlreiche Arten bereits vor dem Aussterben stehen, durchkämmen hochtechnisierte, häufig von der EU subventionierte Industriefangflotten weiterhin die Weltmeere. Mit kilometerlangen Treib- und Grundschleppnetzen wird weiter gefischt, bis der letzte Fisch verschwunden ist.
Küstenfischer sind die ersten unmittelbar Betroffenen dieser Entwicklung – ob in Neufundland, wo der Zusammenbruch der Fischbestände 30.000 Menschen den Job gekostet hat, in Schottland, der Elbe oder dem Senegal. Die Konfliktlinien verlaufen zwischen den kleinen Fischern, die für regionale Märkte arbeiten, und den global operierenden Multis. Wann die Bestände kollabieren, wissen die Wissenschaftler bislang noch nicht. Aber es gibt Meeresbiologen, die für den pazifischen Gelbflossenthunfisch nur noch drei Jahre Überlebenszeit prognostizieren. Der Blauflossenthunfisch in Atlantik und Mittelmeer soll nicht einmal die nächsten 20 Monate überleben.
"Entscheidend ist, dass wir handeln müssen. Sofort! Wissenschaftler haben klar gemacht, dass es ohne drastische Schutzmaßnahmen mit den Beständen im Mittelmeer und Ostatlantik zu Ende geht." Doch dieser Forderung von Sergi Tudela, Leiter des WWF Mittelmeer-Fischerei-Programms stehen die Arbeitsplatzargumente der Fischereinationen gegenüber. Im Fischereirat der Europäischen Union läuft die Front seit langem zwischen den Ländern, die große Fischereiflotten unterhalten und denen, die nur wenige Fischer haben. Die einen fordern immer höhere Fangquoten, die anderen, darunter Deutschland, pochen auf den Schutz der Bestände. Der Kompromiss, der bei den jährlichen Quotenverhandlungen herauskommt, hat mit den wissenschaftlichen Empfehlungen nichts mehr zu tun. In manchen Jahren haben die Fischereiminister der EU für einzelne Fischarten fast doppelt so viele Fangrechte vergeben, wie von Wissenschaftlern empfohlen wurden. Jetzt erst hat die EU-Kommission die Notbremse gezogen. Eine Reduzierung der Fangmenge allein reiche nicht mehr, erklärte EU- Fischereikommissar Joe Borg. Er hat ganze Meeresregionen für den Fang von Arten wie Kabeljau, Sardinen und Thunfisch sperren lassen.
Joe Borg fordert ein professionelles, zukunftsgerichtetes „Management der Meere“ in der Hoffnung, dass es noch nicht für alle gefährdeten Bestände zu spät ist.
Anhand von Graphiken und Animationen wird der Film „Vom Verschwinden der Fische“ die Entwicklung der letzten Jahre veranschaulichen und das Erschreckende aufzeigen: Welche Arten werden bis zum Jahr 2030 durch Menschenhand ausgerottet sein - teilweise direkt vor unserer Haustür. Weiterhin wird der Film Zusammenhänge deutlich machen, welche Auswirkungen das Verschwinden bestimmter Arten auf den Kreislauf des Lebens im Meer und damit auch auf die Nahrungskette des Menschen haben wird. Der Film zeichnet ein realistisches Bild der nahen Zukunft. Schon heute lässt sich an vielen Stellen des Meeresbodens im Mittelmeer oder in der Nordsee erschreckend deutlich ablesen, wie es im Jahr 2030 überall aussehen könnte: eine zerstörte Meeresflora und -fauna, die Jahrtausende gebraucht hat, um sich aufzubauen. 

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