Viel hilft viel? Beim Waschen ist oft das Gegenteil der Fall. Von welchen Waschroutinen Sie sich verabschieden können und welche Fehler Zeit und Geld kosten, erfahren Sie hier.

So schwer kann das eigentlich nicht sein. Wäsche in die Maschine, Waschpulver dazu, Knopf drücken und anschließend die Wäsche sauber wieder heraus nehmen.

Doch bei den zahlreichen Programmen, Waschmittelarten und Hitzestufen blickt selbst die geübte Hausfrau bisweilen nicht mehr durch. In gemütlicher Wasch-Routine machen wir alle Fehler, die uns Energie, Zeit und Geld kosten. Auch der Umwelt tun wir damit keinen Gefallen.

Mit den folgenden Tipps sparen Sie bares Geld und sorgen trotzdem für strahlend saubere Wäsche.

Maschine zu voll beladen

Damit die Waschmaschine nicht zu oft beansprucht werden muss, laden viele die Trommel bis zum Anschlag voll und quetschen auch die letzte Socke noch hinein. Doch damit riskiert man dreckige Wäsche.

Ist die Maschine zu voll, sind die einzelnen Kleidungsstücke nicht richtig in Bewegung, wodurch nicht alle gleichmäßig vom warmen Wasser und dem Fleckenlöser umspült werden.

Außerdem kommen so häufiger Löcher in die Kleidung. Für die richtige Füllmenge gilt daher die Faustregel: Zwischen Wäsche und Trommeldecke muss die Hand noch senkrecht Platz haben.

Zu heiß Waschen

Seit Generationen wird Wäsche bei 40 Grad gewaschen. Das mag früher noch richtig gewesen sein, heute reichen meistens 20 bis 30 Grad aus. Die Waschmittel sind mittlerweile so konzipiert, dass die Kleidung auch bei niedrigen Temperaturen sauber wird.

Das Gros der Wäsche besteht aus Oberbekleidung oder Hosen, die nur ein oder zwei Tage getragen wurden und keine Flecken haben. Heiße Waschgänge braucht es da nicht. Nur bei weißer Wäsche muss hin und wieder der Regler auf 40 Grad geschoben werden.

Das spart eine Menge Geld: Eine Maschine mit 30-Grad-Wäsche verbraucht fünfmal weniger Strom als eine 60-Grad-Ladung. Bei der Reduzierung von 40 auf 30 Grad sinkt laut Umweltbundesamt der Stromverbrauch um 35 Prozent.

Bei Unterwäsche, stark verschmutzter Kleidung, Handtücher oder kursierenden Krankheiten sollten 60 Grad eingestellt werden. Die 90-Grad-Taste ist für den normalen Gebrauch völlig unnötig.

Vorwäsche

Auch hier können Sie Zeit und Geld sparen. Die Vorwäsche verbraucht Wasser und Energie. Das ist im Normalfall überflüssig. In jeder modernen Waschmaschine werden die Textilien auch ohne diesen Waschgang sauber. Bei sehr schmutziger Wäsche ist er allerdings sinnvoll.

Zu oft Waschen

Oft landen T-Shirts und Hosen schon nach einem Tag in der Wäsche. Da muss die Maschine öfter ran, als eigentlich nötig. Denn wirklich schmutzig ist die Kleidung nach einem Tag nicht. Eine Jeans kann bis zu eine Woche getragen werden. Oft reicht es, die Kleidung auszulüften.

Zu viele verschiedene Mittel

Es gibt Waschmittel für bunte, schwarze und weiße Wäsche, für Wolle, Seide oder Daunen. Dazu kommen Fleckenentferner, Entkalker, Weichspüler und Flüssigwaschmittel. Das meiste davon kann man in den Supermarkt-Regalen stehen lassen.

Für dunkle Wäsche reicht Colour-Waschmittel, für den Rest einfaches Waschpulver. Am besten für die Umwelt sind im Übrigen pulverförmige Bio-Mittel im Karton. Flüssigwaschmittel haben eine geringe Waschleistung und belasten die Kläranlagen mehr.

Aus Umweltsicht ist Weichspüler auch nicht empfehlenswert. Die in den Waschmitteln enthaltenen Wasserenthärter reichen für tragbare, weiche Wäsche aus. Die Textilien werden somit lediglich parfümiert.

Und wenn wir schon bei Enthärtung sind: Vor Kalkschäden an der Maschine müssen Sie sich auch nicht fürchten. Zusätzliche Entkalker sind dank moderner Waschmittel nicht mehr nötig.

Zu hoch dosieren

Waschmittel geben die meisten eher nach Gefühl in die Schublade. Auf die richtige Dosierung wird dabei selten geachtet. Für so manchen gilt eher die Regel: Viel hilft viel. Dem ist nicht so, wie auch das Umweltbundesamt klar macht.

Überdosierung bringt kein besseres Ergebnis, sondern höhere Kosten und größere Umweltbelastungen. Als Nebeneffekt kann man dabei noch die eigene Gesundheit gefährden.

Bei zu viel Waschpulver bleiben Rückstände im Fach übrig, die zu schimmeln beginnen können. Beim nächsten Waschgang verteilt man die Schimmelsporen dann über der Kleidung. Alle zwei Monate sollte man daher die Schublade reinigen.

Moderne Waschmaschinen erkennen sogar, ob zu viel Waschmittel verwendet wird und gleichen das durch mehr Wasser aus.

Dadurch ergeben sich wiederum mehr Spülgänge und höhere Energiekosten. Wer auf die Dosierungsempfehlungen der Hersteller achtet, profitiert also in vielerlei Hinsicht.

Nur bei hartem Wasser ist die Empfehlung bedingt sinnvoll. Bei leicht verschmutzter Wäsche reichen die Angaben zu mittelhartem Wasser aus.

Auf rechts gedreht und offene Reißverschlüsse

Gerade Buntwäsche und empfindliche Textilien sollten auf links gedreht werden, um Faser und Farben zu schonen.

Reißverschlüsse werden oftmals offen in die Trommel gegeben. Dies kann durch die scharfen Kanten Löcher in andere Kleidungsstücke reißen oder den Gummi an der Luke beschädigen. Daher sollten die Verschlüsse vor dem Waschen geschlossen werden.

Wofür man eine Waschmaschine verwendet, weiß jeder – was die verschiedenen Waschprogramme und Symbole in den Textilien wirklich bedeuten, wissen viele jedoch nicht. Die Anleitung vom Wäsche sortieren über die Zeichen auf den Etiketten bis hin zu Waschprogrammen gibt es hier.


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