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Die Ostflanke des Ätnas rutscht langsam ins Meer. Das ist seit Längerem bekannt. Jetzt warnen Wissenschaftler allerdings vor den katastrophalen Folgen, wenn die instabilen Flanken plötzlich kollabieren.

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Der Ätna, einer der höchsten Vulkane Europas, ist ständig aktiv und in Bewegung. Jedes Jahr rutscht die Ostflanke des Vulkans auf der italienischen Insel Sizilien einige Zentimeter Richtung Meer.

Das ist seit Längerem bekannt, jetzt haben Kieler Wissenschaftler das Phänomen allerdings näher untersucht und ihre Ergebnisse im Fachblatt "Science Advances" vorgestellt. "Das gesamte Vulkangebäude ist sehr hoch und schwer", erläutert Morelia Urlaub, die federführende Wissenschaftlerin vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. "Das hat zur Folge, dass sich der Vulkan quasi ständig in alle Richtungen ausbreiten möchte. Am ehesten kann er das in Richtung Meer."

In der Studie skizzieren die Forscher, dass die Bewegungen zu einer größeren Gefahr werden könnten, als sie bisher angenommen hatten. "Wir können nicht auschließen, dass die Flankenbewegungen in einen katastrophalen Zusammenbruch resultieren," erklären die Wissenschaftler.

Wenn die Flanken plötzlich kollabieren, könnte das Abrutschen großer Mengen Material ins Meer einen Tsunami "mit extremen Auswirkungen" auslösen.

Forscher schließen Beobachtungslücke

Welche Prozesse das Hinabgleiten der Vulkanhänge auslösen, ist bisher noch nicht genau erforscht worden. Das liege daran, dass die Bewegungen des Vulkans bisher immer nur an Land vermessen wurden, schreiben die Forscher.

Der unterseeische Teil des Feuerbergs sei weitgehend unberücksichtigt geblieben, weil Satelliten-basierte Messungen unter Wasser nicht möglich seien.

Die Forscher der Universität Kiel und des Ätna Observatoriums in Catania (Italien) haben diese Beobachtungslücke nun geschlossen.

In etwa 1.200 Metern Wassertiefe brachten die Wissenschaftler fünf mit Drucksensoren ausgerüstete Transponder an der instabilen Flanke des Vulkans an, oberhalb und unterhalb einer von West nach Ost verlaufenden Verwerfungszone. Diese trenne den instabilen Teil des Vulkans von stabileren Bereichen.

Flanke bewegt sich innerhalb von acht Tagen

Die Transponder messen, wie lange ein akustisches Signal zwischen ihnen hin- und herwandert. Die Drucksensoren zeichnen den Druck der Wassersäule auf, die sich mit der Tiefe ändert. Aus den Messdaten lassen sich Rückschlüsse auf die Bewegung der Flanke in horizontale und vertikale Richtung ziehen.

Die Forscher werteten Daten von April 2016 bis Juli 2017 aus. Die meiste Zeit blieb der Abstand zwischen den Transpondern im Netzwerk gleich, auch die Druckmessungen zeigten keine außergewöhnlichen Veränderungen.

Zwischen dem 12. und 20. Mai 2017 gab es dann deutliche Veränderungen. Über einen Zeitraum von acht Tagen hatte sich die Flanke unter Wasser etwa vier Zentimeter seitwärts in östliche Richtung bewegt und etwa einen Zentimeter abwärts.

Magma-Aktivität ist nicht die Ursache

Die Forscher glauben, dass die Schwerkraft die Bewegungen verursacht. "Von den Gravitationskräften ist die gesamte instabile Flanke betroffen - von oben bis hinab zum Fuß des Vulkans", erläutert Urlaub.

Ob das Absinken des Kontinentalrandes in der Region möglicherweise eine Art Zug auf den Vulkan ausübt oder der Ätna einfach aufgrund seiner Größe und Schwere abwärts rutscht, muss noch weiter erforscht werden.

Die Kräfte, die aufsteigendes Magma auf die Vulkanflanken ausübt, spielen der Studie zufolge eine eher untergeordnete Rolle für die beobachteten Rutschungen.

In dem betreffenden Zeitraum sei keine Zunahme der Magma-Aktivität festgestellt worden. Wenn aufsteigendes Magma für die Bewegungen verantwortlich wäre, würde man die größten Verschiebungen nahe des Vulkanzentrums erwarten. Das sei aber nicht der Fall, schreiben die Forscher.

Der Ätna ist mit etwa 3.300 Metern einer der höchsten Vulkane Europas. Er hat vier Hauptkrater und hunderte Nebenkrater, aus denen bei Ausbrüchen Magma austritt. Immer wieder kommt es zu kleineren und größeren Ausbrüchen, die auch den Flugverkehr der Insel oft beeinträchtigen. (ff)

Verwendete Quellen:

  • dpa
  • Spiegel Online: Das rätselhafte Abrutschen des Ätna
  • Science Advances: Gravitational collapse of Mount Etna's southeastern flank
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Comments

  1. karin bollmann

    Willen sollte es heißen

  2. karin bollmann

    Davon mal abgesehen, ob das Foto den Ätna oder den Vesuv zeigt: wenn man von der Materie (geologisch betrachtet) gar nichts versteht -was ich von mir auch nicht behaupte-, dann ist es doch überflüssig, hier irgendwelche dummen Kommentare abzugeben, nur um des Kommentierens wilen

  3. Michael Schnieder

    Stimmt, Ronny. Das ist der beste Beweis, dass die Erde keine Scheibe ist.

  4. Jürgen Schmidt

    Wen interessiert das? Anscheinend nicht einmal web.de, sonst hätte man nicht das falsche Foto eingestellt. Tja, wer in seinem Bevormundungswahn zuviel nach links und rechts schaut, verliert halt den Überblick, um es mal mit den Worten einer bekannten österreichischen Band zu sagen.

  5. Ronny Gabelweihe

    ...ich wollte der Sache mal auf den Grund gehen und habe meinen Globus mal genau angesehen. Der Schreck sitzt tief, denn alles ist rund. Der Aetna steht also auf einer schiefen Ebene. Kein Wunder, dass der ins Meer rutscht.

  6. Friedemann Schaal

    @na ! Bleib, wo Du bist !

  7. Friedemann Schaal

    Mein Kommentar funktioniert nur auf Schwäbisch : Dem Vulkan sai Nama (italienisch: "Etna" ) isch doch scho Aufforderong ond Hoffnong: " Rutsch Et Na ! "

  8. Marion Kyritz-Kammerer

    Das Foto stellt den Vesuv dar und nicht den Ätna.

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