Dass sein Ruhm nach seinem Tod lange weiterlebt, war für einen Germanen wichtig. Die Wikinger haben das auch als Gruppe geschafft. Vom Mittelalter bis heute haben sie die Fantasie der Nachwelt angeregt. Vermutlich hat jeder eine Vorstellung von den wilden Seefahrern aus dem Norden. Doch was ist Klischee und was Tatsache?

Was man heute Wikinger nennt, waren Seefahrer aus den skandinavischen Ländern, die zwischen dem achten und elften Jahrhundert teils als Händler, teils als Räuber große Gebiete Europas, aber auch Nordafrika, den Nahen Osten und Asien erreichten.

Grausame Räuber oder geschickte Händler?

Historiker betrachten den 8. Juni 793 als Beginn der Wikingerzeit. An diesem Tag fand ein brutaler Überfall auf ein Kloster auf der Insel Lindisfarne vor der Nordostküste Englands statt. Die damals als Normannen bezeichneten Männer erschlugen, ertränkten und versklavten Mönche, plünderten das Kloster und die Kathedrale.

Als Pharao Thutmosis II. 1479 v. Chr. starb, sollte sein Sohn Thutmosis III. dessen Funktion übernehmen. Doch Hatschepsut verhinderte die Inthronisation des legitimen Nachfolgers und riss die Macht an sich.

Doch dass die Wikinger heute oft allein auf die Gruppen reduziert werden, die die berüchtigten Raubzüge durchführten, liegt auch daran, dass unsere Vorstellung von ihnen stark durch das Bild des 19. Jahrhunderts geprägt ist. Damals wurden Expansion und die Eroberung anderer Länder glorifiziert und darum auch die Geschichte der Wikinger einseitig dargestellt. Tatsächlich waren viele der Seefahrer aus dem Norden tüchtige Händler, einige fuhren auch als Entdecker aus, um noch unbewohnte Gegenden zu besiedeln.

Archäologische Funde belegen, wie rege und weitreichend die Handelstätigkeit der Wikinger war. Die schwedische Insel Helgö war beispielsweise schon ab dem sechsten Jahrhundert ein wichtiges Handelszentrum. Zu den dort gefundenen Artefakten gehören arabische Münzen und eine Buddha-Statue aus Nordindien.

Diese bronzene Buddha-Statue wurde aus Nordindien nach Helgö in Schweden gebracht.

Wer war zuerst in Amerika?

Amerika wurde 1492 von Christoph Kolumbus entdeckt: Das wird auch heute noch im Schulunterricht vermittelt. Dabei wird oft ignoriert, dass schon etwa 500 Jahre zuvor eine Gruppe von Isländern in der Neuen Welt eine Siedlung gründete, diese jedoch nach einiger Zeit wieder aufgab.

Lange Zeit zeugten nur zwei Isländersagas von Leif Erikssons Entdeckungsfahrt zu dem Land, das er Vinland taufte. Wissenschaftler suchten lange nach archäologischen Belegen für die Geschichte, bis schließlich die Norweger Helge und Anne-Stine Ingstad die Überreste der Isländer-Siedlung auf Neufundland ab 1961 freilegten.

Eine Replik eines Bootshauses, das zur Siedlung Leif Erikssons gehörte.

Frisch gekämmt und ohne Hörner-Helm

Wer plündernd und mordend durch die Lande zieht, legt wohl kaum gesteigerten Wert auf Körperpflege. Und so bedingt das Klischee von den räuberischen Barbaren auch, dass sich viele die Wikinger als stinkende Rüpel mit zotteligem Haar und Bart vorstellen. Doch genau das Gegenteil war der Fall: Die Nordmänner galten für ihre Zeit als überaus reinlich.

Ihren europäischen Nachbarn war es sogar ein Dorn im Auge, dass sie sich täglich kämmten, häufig die Kleidung wechselten und jede Woche badeten. Ein solches Verhalten galt als eitel. Der Chronist John of Wallingford beschwerte sich darüber, dass selbst die Frauen und Töchter von englischen Edelmännern den herausgeputzten Wikingern verfielen.

Das Wort für Samstag ist in den skandinavischen Sprachen bis heute vom altnordischen "laugardagr" – übersetzt "Badetag" – abgeleitet.

Der Wikingerhelm mit Hörnern ist übrigens eine Erfindung der Nachwelt. Es gibt keinerlei Belege für eine solche Kopfbedeckung, die im Kampf viel zu sperrig und unpraktisch gewesen wäre.

Aus der Wikingerzeit sind auffällig viele Gegenstände zur Körperpflege erhalten.

Kampf und Met im Totenreich

Es ist jedoch kein Klischee, dass zumindest für die frühen Wikinger der Tod in der Schlacht als die beste Art des Ablebens galt. Der Mythologie zufolge gingen tapfere Krieger in Walhall ein. An diesem Ort in Odins Götterpalast konnten sie sich tagsüber im Kampf messen, um sich am Abend bei einem Fest zu vergnügen.

Dort wurde der Edda zufolge reichlich Met gereicht und der Eber Sährimnir verspeist, der jeden Tag lebendig wurde, um jeden Abend aufs Neue gejagt und geschlachtet zu werden.

Auf den, der weniger heldenhaft auf dem Krankenbett starb, wartete dagegen das Totenreich von Hel, das kalt und trostlos war. Auch wenn das deutsche Wort "Hölle" und das englische "hell" auf das Reich der germanischen Totengöttin zurückgehen, war das Dasein in Helheim nur für Mörder und Verbrecher eine Qual. Erst später schlichen sich Vorstellungen des Christentums ein und die Beschreibungen des Totenreichs der Hel wurden grausamer.

Ein Runenstein zeigt, wie Odin auf seinem achtbeinigen Pferd Sleipnir in Walhall ankommt.

Weitere spannende Geschichten aus unserer History-Rubrik

Comments

Leave a Reply