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Von gesunder Ernährung bis zu Fahrgemeinschaften: Diese US Propagandaplakate aus dem 2. Weltkrieg bewerben nicht nur die Streitkräfte.

Dieses Plakat appelliert an den Patriotismus junger Frauen. Sinngemäß: "Trägst du die Sterne (der US-Flagge) im Herzen?" So sucht die US-Armee Frauen für den Dienst als Funkerin, Mechanikerin oder Köchin.
Kämpfen ist den Frauen nicht erlaubt. Als Krankenschwestern reisen sie jedoch mit an die Front und leisten den verwundeten Soldaten medizinische und auch psychologische Hilfe. Dieses Poster aus den 1940er-Jahren zeigt eine Krankenschwester in standhafter Pose vor den Ruinen eines Gebäudes.
"Rette sein Leben... und finde dein eigenes." Vor allem ledige junge Frauen sollen von diesen Propagandaplakaten angesprochen werden. In den Kriegsgebieten ist der Bedarf an Krankenschwestern groß. Ihr Dienst, auch direkt an der Front, sorgt für ein merkliches Absinken der Sterblichkeitsrate verwundeter Soldaten.
Neben den Jobs als Krankenschwester oder Mechanikerin werden Frauen auch als Sekretärinnen gesucht. Die Poster propagieren ein selbstbewusstes Bild der Frauen, die den männlichen Soldaten den Rücken stärken.
Die US Navy wirbt für das WAVES-Programm (Women Accepted for Volunteer Emergency Service, zu Deutsch: Für den freiwilligen Notfalldienst angenommene Frauen), mit dem Verweis darauf, so ihre Lieben früher nach Hause bringen zu können.
"Es gibt einen mannsgroßen Job für dich in der Navy." Die WAVES (Women Accepted for Voluntary Emergency Service) ist ab 1942 ein Teil der Navy nur für Frauen. Zuerst werden sie hauptsächlich zu Aushilfszwecken eingesetzt. Später arbeiten sie aber auch als Mechaniker oder Anwälte. In der Hochphase des Kriegs dienen hier rund 86.290 Frauen.
Auch die Kleinsten werden in den Kriegsdienst an der Heimatfront einbezogen. Ein Soldat dankt seinem "Kumpel", dem Zeitungsjungen. Das Plakat weist darauf hin, dass von Zeitungsjungen seit Kriegsbeginn über 1,25 Milliarden Kriegsspar-Briefmarken verkauft wurden, eine Art Mikrokriegsanleihe für den kleinen Mann.
Dieses Poster weist auf private Vorteile des Freiwilligen Kriegsdienstes hin - in diesem Beispiel für die U-Boot-Flotte. Der Stolz der Frauen und Freundinnen zu Hause sei den jungen Männern gewiss, suggeriert das Bild.
"Wenn Sie alleine fahren, fahren Sie mit Hitler!" Benzin ist im Zweiten Weltkrieg von enormer Kriegswichtigkeit. Dementsprechend knapp sind die Reserven in der Heimat. So werden Bürger verschiedenen Wichtigkeitsklassen zugeordnet, die bestimmen, wie viel und wie oft sie Benzin bekommen. "Carsharing" ist das Gebot der Stunde.
"Eure Ideen sind im Angriff... haltet sie im Fluss!" wirbt dieses Plakat sinngemäß um Ideen für neue Waffen, denn "Ideen sind Waffen und Waffen gewinnen Kriege". Der Krieg wird zudem personalisiert mit dem Satz: "Das ist euer Krieg - kämpft ihn!"
Uncle Sam ist das wohl bekannteste Symbol der USA. Und je mehr "Stars and Stripes", desto patriotischer ist das Ganze. Ein "War Bond" ist eine Kriegsanleihe, also praktisch ein Kredit an die Regierung, um den Krieg zu finanzieren. Hier wird daran erinnert, dass sowohl Steuern als auch diese Kriegsanleihen benötigt werden, um zu gewinnen.
"Macht ihnen die Hölle heiß!" Damit gemeint sind Hitler, Tojo und Mussolini. Auffallend die Präsentation der Feinde: Hitler ist böse, aber immerhin ein Mensch. Mussolini ist nur eine Hyäne an Hitlers Leine und Tojo wird - wie so oft die Japaner in der Propaganda - als entmenschlichtes Monster in gängiger rassistischer Manier gezeigt.
Rassistische Propaganda wie diese soll den US-Bürgern ein furchteinflößendes Feindbild einbläuen. Das Schlimmste daran: Viele Japaner, die bereits vor dem Krieg in den USA leben, werden als potenzielle Feinde diskriminiert und interniert. "Rap the Jap" bedeutet wörtlich übersetzt schlicht: "Schlag den Japaner."
Dieses morbide Plakat fordert den Betrachter auf, dem japanischen Kaiser Hirohito (hier als Karikatur abgebildet) ein Selbstmordpaket zu kaufen. "Hari-Kari" verweist auf die traditionelle Selbsttötung Harakiri, bei der sich der Betreffende den Bauch mit einem Dolch oder einem kurzen Schwert aufschlitzt.
Zum Ende des Krieges haben 85 Millionen Amerikaner Kriegsanleihen im Wert von rund 185,7 Milliarden Dollar gekauft. Das sind über 2.000 Dollar pro Person, das Durchschnittseinkommen eines US-Amerikaners zu der Zeit. Das Plakat würdigt dieses persönliche Opfer vor dem Freiheitssymbol der USA.
Der Zweite Weltkrieg kostet die USA rund 300 Milliarden Dollar. Um diese Summe zu stemmen, erlässt der Staat eine "Siegsteuer" von fünf Prozent zusätzlich zu den normalen Steuern. Weil das aber immer noch nicht reicht, werden Kriegsanleihen ausgegeben, die dem Staat Geld für den Krieg und den Bürgern eine stabile Anlagemöglichkeit bieten.
Dieses Bild gehört zu einer Reihe von Mahnplakaten, die US-Bürger daran erinnern sollen, mit Informationen vorsichtig umzugehen. Die Spione des Feindes seien überall, wird suggeriert. Die Übersetzung lautet: "Jemand hat geredet! - US Schiff versenkt, Hunderte Leben auf durch Torpedo versenktem Transportschiff verloren."
Dieses Poster vergleicht die Soldaten des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs mit denen des Zweiten Weltkriegs und bekräftigt den Glauben, dass Amerikaner "immer für die Freiheit kämpfen werden".
"Gib ihnen nicht bloß einen Abschiedskuss. Arbeite, um sie wieder nach Hause zu bringen." Dies ist ein Aufruf an die Frauen, die nicht Teil der Streitkräfte sind, den Platz der Männer in den Fabriken einzunehmen. Es sind die Frauen, die während des Krieges nicht nur für Nachschub sorgen, sondern die gesamte Infrastruktur der USA aufrechterhalten.
SPARS ist der Spitzname einer Reserve-Organisation der Küstenwache, die ausschließlich aus Frauen besteht. Das Akronym steht für das Motto der Küstenwache: semper paratus – always ready (immer bereit). Von der Administration bis zum Überprüfen von Fallschirmen und Fahrdiensten übernehmen diese Frauen alle möglichen Aufgaben.

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