Loading...

Ein Neuseeländer will nach fast 100 Jahren den Lebensretter seines Großvaters finden. Ein fast aussichtsloses Unterfangen. Doch dann gibt es eine überraschende Wendung.

Seit Tagen steht das Telefon bei Familie Rabe nicht mehr still. Verantwortlich dafür ist ein Neuseeländer namens Hayden Cullen und eine Geschichte, die wie aus einem Hollywood-Film klingt: Ein neuseeländischer Soldat bricht im Ersten Weltkrieg während eines Gefechts blutüberströmt zusammen. Ein deutscher Offizier rettet ihm das Leben. Bevor der Deutsche in Gefangenschaft gerät, überlässt er dem Verwundeten seine Brieftasche, versehen mit Namen und Adresse. Jahrelang versucht die Familie des neuseeländischen Soldaten die Nachfahren des Lebensretters ausfindig zu machen - ohne Erfolg. Doch nun könnte es ein Happy-End geben.

Bildergalerie starten

Wenn Geschichte farbig wird: So haben Sie diese elf weltbekannten Fotos noch nie gesehen

Künstlerin Marina Amaral begeistert sich für Geschichte und Photoshop - das sieht man auf ihren Bildern. In aufwändiger Kleinarbeit verleiht sie historischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen Farbe. Wir zeigen die Highlights. Mehr gibt es auf www.marinamaral.com.

Cullen veröffentlicht Foto der Brieftasche

Fast 99 Jahre nachdem eine Granate den Neuseeländer Ray Cullen in der französischen Gemeinde Le Quesnoy verwundet hatte, wendet sich sein Enkel Hayden, ebenfalls Soldat, an die Medien. Über das neuseeländische Militär veröffentlicht er eine Pressemitteilung mit einem Foto der Brieftasche, auf dem die Inschrift deutlich zu sehen ist: "H. Held" mit der Adresse Eppensen - ein kleines Dorf in Niedersachsen nahe Lüneburg, wo sich so gut wie jeder kennt. Doch jemanden mit den Nachnamen Held gibt es dort nicht.

Schlacht im Ersten Weltkrieg kostete 300.000 Soldaten das Leben.


Über das Internet erfährt der Stadtarchivar Tino Wagner aus dem nahe gelegenen Bad Bevensen von Cullens Suche. Eine faszinierende Geschichte sei das, findet er. In alten Kirchenbüchern wird er schließlich fündig. Er entdeckt einen 1898 geborenen Heinrich Held. Doch dieser starb 1929, ohne Kinder zu hinterlassen. Damit würde die Spur hier enden, wäre nicht der Eppenser Hobbyhistoriker Jürgen Könneker vor Jahren in den Besitz eines Fotos der Familie Held um 1913 gekommen. Es zeigt Vater, Mutter, Sohn und Tochter.

Der Soldat Heinrich Held hatte also eine Schwester. "Die hat später den Kaufmann des Ortes geheiratet", erzählt Könneker. Das Paar bekam wiederum eine Tochter, die heute im Nachbarort Barum lebt. Ihr Name: Helga Rabe. Über ihren Onkel Heinrich, der viele Jahre vor ihrer Geburt starb, weiß sie nur wenig. Ihre Mutter habe den Bruder nur am Rande erwähnt, erzählt sie der Deutschen Presse-Agentur. Die 75-Jährige blättert in einem Album mit alten Schwarz-Weiß-Fotos, darunter auch welche, die Soldaten in Uniform zeigen. Ob Heinrich Held darunter ist, vermag sie nicht zu sagen. Dass er Cullens Großvater an der Front geholfen haben soll, hat sie erst wenige Tage zuvor aus der Zeitung erfahren.

"Er war ein Held damals"

"Er war ein Held damals", sagt ihr Mann Wilhelm Rabe. "Er hat einen Feind gerettet." Die Familie würde von Cullen gerne mehr darüber erfahren. Cullens Großvater hatte damals in einem Brief an seine Familie über die wundersame Rettung berichtet. "Es wäre schön, wenn er sich meldet", sagt Helga Rabes Tochter Anja der dpa.

Hayden Cullen war über das neuseeländische Militär zunächst nicht zu erreichen. Er befindet sich gerade selbst in Europa. Er ist für eine Gedenkfeier nach Belgien gereist, an der er als Militärmusiker teilnimmt. Im Gepäck: die Brieftasche und die Hoffnung, doch noch etwas über den Retter seines Großvaters herauszufinden. "Ich weiß, es ist lange her. Aber wenn ein Wunder geschehen kann, wieso nicht auch ein zweites?", wird er in der Militär-Pressemitteilung zitiert. Das könnte sich nun erfüllen.

Bildergalerie starten

D-Day in Bildern: Die Geschichte des Wendepunkts im Zweiten Weltkrieg

Am 6. Juni 1944 setzten die Alliierten die Operation Overlord an der Küste der Normandie in Frankreich in die Tat um. Der sogenannte D-Day leitete die Wende im Zweiten Weltkrieg ein. Tausende Menschen fielen ihm zum Opfer.

© dpa

Comments

  1. Sirinart Chuatrakul

    auf allen Seiten kommt auch manchmal der richtige und echte Mensch durch. Die Soldaten mussten kämpfen, weil es die Regierung wollte und nicht der Soldat. Die meisten Männer waren keine Berufssoldaten sondern normale Menschen mit allen möglichen Berufen. Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen nach so langer Zeit versuchen, dieses Rätsel zu lösen. Freunde und Nichtfreunde sollten sich gegenseitig helfen.

  2. Tanja Gerst

    #15 Ja denke ich kann man vergleichen..gab ja sicherlich auch real Einiges was in der DDR sehr gut wahr..wobei ich war dort auch nicht dabei aber es gibt ja Erzählungen von Leuten die das Manches als etwas Gutes erlebt haben..Beides waren schlimme Zeiten für unser land...aber es gab auch gute Seiten auch wenn es schwerfällt das anzuerkennen..und man muß aufpassen dass man dann nicht plötzlich alles gut findet was damals gemacht wurde...(Angriffskriege Hitlers waren böse und vieles mehr war ganz übel da sind wir uns ja einig...)

  3. Alex Graf

    #13: das ist genauso wie wenn man sagt: "in der DDR war nicht Alles schlecht"! - auch wenn ca. 90% der Bevölkerung in Stasi-Machenschaften involviert waren!

  4. Lutz Seiler

    An die Redaktion, es ist einfach falsch zu schreiben, der Day-Tag wäre der Wendepunkt des 2. Wk. Der wirkliche Wendepunkt, war die Kursker Schlacht in Russland . Das ist doch nun einwandfrei nachgewiesen aus bekannten Quellen. Wie können Sie sich erlauben so einen Unfug in die Welt zu setzen? Früher hatte man angenommen Stalingrad wäre die Wende gewesen, aber spätere Untersuchungen und Recherchen haben eben ergeben, Kursk war ausschlaggebend.

  5. Tanja Gerst

    #10 der Satz es war nicht alles schlecht darf man so stehen lasen der stammt von einfachen Soldaten die auch Vorteile unter Hitler erlebt haben im Grunde geht es bei dem Satz darum das Gute hinüberzuretten für die Nachkommen..quasi nicht pauschal alles wegzukippen...ganz wie im Märchen Aschenputtel..immerhin lernten die Leute dass es gut ist Vollbeschäftigung zu haben (gute Sache9..sie lernten wie es sich anfühlt eine gemeinsame Aufgabe vereint zu erfüllen gute Sache (wenn auch mit üblen Zielen) aber eben in allem was war die guten Seiten herauspicken darin besteht die Kunst...Kamerdschaft wurde erlebt..es wurde viel unternommen ("Kraft durch Freude")..meine Oma sagte mir dass ihr das damals viel gegeben hat...also es war nicht alles schlecht ist denke ich die Wahrheit...ich denke,dass auch eine gesunde Liebe zum Vaterland nichts schlechtes ist.Schlecht ist es wenn man sein eigenes Land hasst und die Deutschen hasst..das ist schlecht....Hitlers Krieg fiel auch deshalb so böse und vergheerend aus weil der technische Fortschrit damals voll durchgestartet ist..übrigens betrifft das ja auch die Angriffe der Alliierten auf unser Land..das waren technische Aktionen von großer Präzision wenn auch mit üblen Zielsetzungen...wobei sich gegen Hitler zu stellen wiederum etwas gutes war...nur die vielen Leute in den Städten..oje aber selber Schuld ein Stück weit schon....aber es war ein Terrorregime das immer mit Tod gedroht hat wenn man nicht mitlief

  6. Ralph Damke

    @10 Dicker Saufinsky Genau Ihrer Meinung. Und Stalingrad war der Wendepunkt? Na ja, da kann man durchaus geteilter Meinung sein. Die Eröffnung der sogenannten 2.Front mit der Landung der Alliierten in der Normandie war wohl eher der Genickschuss für die Wehrmacht. Und das war genau richtig so.

  7. Roderic Borja

    Eine sehr schöne Geschichte, man sollte sich darüber aber nicht wundern, denn Soldaten sind Menschen und menschliche Taten gab es Gott sei dank viele.

  8. Dicker Saufinsky

    #8 Na, dann scheint ja das "Schleppen ins KZ" einen gewissen Erfolg oder zumidnest mitgewirkt zu haben, dass sie "alles dafür tun, dass sich sowas nicht mehr wiederholt".. Verantwortung hat die junge Generation nicht zu übernehmen, für die verbrecherischen Taten der Diktatur und der Menschen unter Hitler. Aber schon Verantwortung, dass sich das nicht wiederholt.. und hierzu haben die Schulen schon mit beizutragen eben durch Unterricht und Aufklärung. Meinem Kind hat der Besuch einer KZ Gedenkstätte einigen Stoff zum Nachlesen und Nachdenken gegeben. Nur wenn man sich die Aussagen so mancher heute anhört, muss man sich fragen, ob die Informationen aus dem Dritten Reich wirklich ausreichend sind. "Es war nicht alles schlecht"... ist da noch die harmloseste Aussage dazu.. Daher.. Aufklärung ist wichtig und das Thema gehört nun mal zu der deutschen Geschichte der nähren Vergangenheit, die für uns alle plastisch erlebbar ist..

  9. Tanja Gerst

    #8 ich denke so:"Lasst uns in Frieden leben und alles dafür tun dass sich sowas niemals mehr wiederholt lasst uns vergeben und vergessen..."Mich hat man ins KZ geschleppt als Schüler (Kind) muß das denn sein?ich finde das sollte man nicht machen....alte Geschichten von Oma und Opa woran wir zu 0 % Schuld sind...

  10. Michael Pieper

    Tausende Menschen fielen ihm zum Opfer , ja genau zuersteinmal ca. 5000 Tausende gefangengenommene Deutsche Soldaten die von den Amerikanern meistens noch gleich vor Ort ermordet wurden was eigendlich ein Kriegsverbrechen ist . Von den Deutschen Regierungen wurde das Thema bis jetz Totgeschwiegen , sind doch nur Deutsche !

  11. Ronald Hofer

    Der II. Weltkrieg wurde im Osten entschieden,weiß doch jeder! Die Amis sind erst eingeschritten als es zu Ende ging.(Salonsoldaten) Wollten was vom Kuchen abhaben......

  12. Tanja Gerst

    #4 Ja das war aber auch der fatale Fehler in beiden Kriegen,dass wir es beinahe mit der ganzen Welt aufnehmen wollten..dachte schon einige Male..wenn wir es bei Frankreich belassen hätten..aber wozu...so wie es heute ist,ist es doch viel besser Frankreich soll den lieben Franzosen gehören und uns unser Land-das genügt doch..wir können ja überall hinfahren...also wozu diese Gebiets-oder Besitzansprüche...

  13. Horst Kranz

    Stimmt Herr Izaki !!!... habe mal einen Dukofilm gesehen, da haben Heilig Abend Englische und Deutsche Soldaten gemeinsam Weihnachtslieder gesungen, !!.. anschl. mussten sie wieder in die Schützengräben und haben sich gegenseitig erschossen !!

  14. Ronald Hofer

    Ist ja eine interessante Geschichte, unter anderem sieht man wieder,dass sogar in I.Weltkrieg die halbe Welt (England,Franreich,USA und gesamten Kolonien-hier Neuseeland) gegen deutsche Soldaten in den Krieg geschickt wurden. Was für eine Übermacht um die Deutschen zu besiegen!

  15. Adrian Izaki

    Das sind die schönen Geschichten . Warum nur lassen wir uns alle immer für die Brut "DA OBEN" verheizen ? Wäre aus dem Weihnachtsfrieden an der Westfront doch nur mehr geworden . Aber vielleicht schaffen "WIR" es beim nächsten Krieg es noch besser zu machen . Dazu müsste man jedoch genau diejenigen bekämpfen welche einen per Befehl zum Kämpfen zwingen ! Oder glaubt hier auch nur ein einziger Soldat ernsthaft das er am Hindukush seine Familie beschützt ? Oder das es die NATO oder die BRD interessiert ob DU überlebst und geschützt bist ? Klingelt es ?

  16. Alex Widler

    Wer an der West-Front als Wehrmacht-Soldat etwas verbrochen hatte - der wurde zur Bestrafung an die Ost-Front geschickt.... Damit sei alles gesagt, wo der tatsächliche Krieg stattfand....

  17. Alex Widler

    Die Bildergalerie weiter unten zum "Wendepunkt des 2ten Weltkrieges" über den D-Day ist ein weiteres Beispiel dafür wie die Geschichte umgestaltet wird. Der Wendepunkt war Stalingrad - und nicht ein D-Day, wo an den meisten Frontabschnitten eine ruhige Landung ermöglicht war.... Das war ein Sandkasten-Spiel gegenüber der Stalingrad und der Ost-Front allgemein....

Leave a Reply