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Im Abgasskandal ist Volkswagen juristisch an einigen Stellen schon aus der Schusslinie. Doch nun kehrt ein anderes unangenehmes Thema zurück. Ermittler machen dabei auch nicht vor der Chefetage halt.

Wegen Untreueverdachts gegen Manager bei der Bezahlung von Betriebsräten haben Ermittler Büros der Führungsspitze von Volkswagen durchsucht.

An den Aktionen am Dienstag nahmen neben Staatsanwälten auch Fahnder von Finanzbehörden teil. Dabei wurden sie in den Räumen von Personalvorstand Karlheinz Blessing und Finanzvorstand Frank Witter vorstellig.

Ein VW-Sprecher bestätigte dies. Entgegen früheren Angaben gab es bei Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch - einem Vorgänger Witters - aber keine solche Aktion. Näheres wurde zunächst nicht bekannt.

Vor einem halben Jahr hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig mitgeteilt, dass sie "ein Verfahren wegen des Anfangsverdachts der Untreue im Zusammenhang mit der Aufwandsentschädigung für Betriebsratstätigkeit" startete.

Überhöhte Bezüge von Betriebsrat Osterloh

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll die aktuelle Aktion damit in Verbindung stehen. Damals sollen angeblich überhöhte Bezüge für Betriebsratschef Bernd Osterloh den Anstoß gegeben haben.

Die "Braunschweiger Zeitung" hatte von einer entsprechenden Anzeige berichtet. Der Betriebsrat war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Volkswagen hatte bisher betont, die Bezahlung Osterlohs habe stets den Vorgaben des Betriebsverfassungsgesetzes entsprochen. Er sei zudem gar nicht Ziel der Ermittlungen. Osterloh selbst sagte damals: "Ich bin da mit mir im Reinen. Gegen mich wird nicht ermittelt, und es gibt auch keinen Grund für Spekulationen."

Das Unternehmen erklärte, externe Experten hätten die Bestimmung der Bezüge geprüft. Auch aus dem Betriebsrat hieß es nach früheren Angaben, Regelungen zur Vergütung seien rechtskonform.

Die Option, Personalvorstand zu werden, hatte Osterloh nach dem Bekanntwerden der Abgas-Affäre ausgeschlagen. Die massenweise Manipulation von Stickoxid-Werten bei Dieselautos hatte VW im September 2015 in die tiefste Krise der Firmengeschichte gestürzt.

Etliche Verfahren gegen VW-Mitarbeiter

Rückendeckung bekam der Chef der Mitarbeitervertretung auch vom VW-Aufsichtsrat. Osterloh übernehme "seit vielen Jahren in herausragender Weise Verantwortung für die Belegschaften".

Man werde alles tun, um Vorwürfe gegen Unternehmensvertreter aufzuklären. Als Mitglied des innersten Führungszirkels im Aufsichtsrat gehört Osterloh zu den mächtigsten Personen bei Europas größtem Autobauer.

Neben den Untreue-Ermittlungen laufen bei der Braunschweiger Staatsanwaltschaft noch etliche andere Verfahren gegen VW-Mitarbeiter - darunter auch hohe Manager sowie aktuelle oder ehemalige Vorstände. Dabei geht es jedoch um die Entstehung und Folgen des Dieselskandals.

Geprüft werden hier etwa Betrugsvorwürfe bei der Fälschung von Abgasdaten und mögliche Marktmanipulation bei der Kommunikation der Probleme an die Finanzwelt. Auch gegen Ex-VW-Konzernchef Martin Winterkorn wird in diesem Zusammenhang ermittelt.© dpa

Comments

  1. Thomas Richter

    Nach den Skandalen und einhergehenden Strafen müsste das gesamte Management eigentlich im Knast sitzen...

  2. Hans-Jürgen Meyer

    Überall das Selbe. Ein Sumpf aus Korruption wo man hinschaut. Jeder weiß es, TV und Journalie berichten täglich und was wird geändert ???????? Nichts rein garnichts. Also schönen Tag noch. :-(((((((

  3. Will Ebbonk

    Machts wie ich, seit 35 Jahren kommt kein deutsches Auto in meine Garage

  4. Günter Schmelig

    Aber keine Sorge Mutti wird schon richten!! Die Branche ist doch Systemrelevant!!! Wenn die kriminellen Bonzen verurteilt werden kriegen sie nach Jahren der Gerichtsverhandlungen höchstens eine Geldstraffe!!! Der Lobby-Dobrindt soll aber direkt mit angeklagt werden, der Volksverräter!!

  5. Günter Schmelig

    Und schon wieder dieses korrupte Drecksunternehmer und Manipulator!! Immer wieder in den Schlagzeilen! Die Automanipulatorbranche manipuliert auch Preisabsprachen. Kauft keinen Manipulator, besonders von VW!!! Und die Manipulatorbonzen einbuchten, lebenslang!!!

  6. Schni tzl

    Helga#4 Das schon aber es wird nichts dabei Rauskommen Den eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus

  7. rolf steiner

    @Gerald Wiegel Da könnten Sie sogar recht haben. Geld stinkt bekanntlich nicht und wenn man die "richtige Partei" unterstützt, ( pardon: "sponsert" ) wird alles daran gesetzt, Unangenehmes möglich schnell aus dem Bewusstsein der Bevölkerung zu verdrängen. (Siehe "Diesel-Skandal) Hat nie stattgefunden, oder ?

  8. rolf steiner

    Uiii..uii... uii..... Wäre es nicht ein Deutscher, sondern ein US-Konzern, dann würden die chronischen "Anti-Trumpisten" wieder mit den üblichen Hass-Kommentaren ihre Fingerchen wund schreiben. Aber beim sauberen Deutschland ?????

  9. Gerald Wiegel

    Und was soll den Leuten in Deutschland passieren? Ich glaube nicht viel!

  10. Helga Trauth

    Da wird doch endlich mal an der richtigen Stelle gesucht.

  11. Toni Tanker

    Ein durch und durch korrupter Haufen. Und wer mir sagt, das Land Niedersachsen (bis in die Politspitze) wüsste von all den Betrügereien nichts, der lügt. Ein Sodom und Gomorrha. Wer jetzt noch einen VW kauft macht sich meiner Meinung nach Mitschuldig und unterstützt diesen gierigen Haufen noch. Allen voran der Müller. Wen wundert's, wenn man weis, wo er herkommt. Damit meine ich nicht Porsche.

  12. Detlev Haufe

    Kriminele wie Steuerhinterzieher, Geldwäscher, Ausbeuter, Mietwucherer, Lohnpreller, Korrupte, Steuerflüchtlinge werden aber nicht so verfolgt

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