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Das enttäuschende Saison-Ende bei den ATP Finals in London bremst Roger Feder nicht. Nach dem verpassten Titel bei der Tennis-WM denkt der 36-Jährige schon an das nächste Jahr. Sein Erfolgsrezept wird der Schweizer Tennis-Star weiter nutzen.

Nach dem unerwartet abrupten Ende einer famosen Saison will Roger Federer seinen zweiten Frühling verlängern. Schon vor dem zweiwöchigen Familienurlaub dachte der 36 Jahre alte Tennis-Star an die neue Saison und die nächsten Erfolge in Australien. "Ich kann es nicht abwarten, dort wieder zu spielen", sagte Federer.

Von der verpassten Titelchance beim Saisonfinale in London war der Rekordmann zwar enttäuscht, er jammerte aber nicht. Im Gegenteil.

Saison-Aus war ein Schock

Anfang Dezember wird Federer wieder mit dem Training beginnen. Ende desselben Monats tritt die langjährige Nummer eins in Perth beim Hopman Cup an, um die Form für die Mission Titelverteidigung bei den Australian Open zu finden. In Melbourne hatte im vergangenen Jahr seine grandiose Comeback-Story ihren Anfang genommen.

Nach dem Australian-Open- und Wimbledon-Triumph sowie dem verletzungsbedingten Aus für seinen Rivalen Rafael Nadal war Federer am Samstag in London bei den ATP Finals völlig unerwartet, aber verdient im Halbfinale am Belgier David Goffin gescheitert.

Alle vorangegangenen sechs Partien gegen den Weltranglisten-Achten hatte der Baseler gewonnen. Alles schien angerichtet für ein weiteres Ausrufezeichen des Ausnahmekönners.

Eigentlich wollte der Schweizer sein wundersam erfolgreiches Jahr mit seinem siebten WM-Titel krönen. "Ziemlich enttäuscht" sei er, gab er zu. Doch angesäuert wirkte der Grand-Slam-Rekord-Champion nicht. Geduldig und ruhig erklärte er, dass Goffin einfach der Bessere gewesen sei. "Ich freue mich für ihn. Er ist ein großartiger Kerl."

Nicht nur auf dem Platz Größe zu zeigen, ist eine der Eigenschaften, die Federer auszeichnen. Allüren oder schlechte Laune kennt man öffentlich von ihm nicht.

Trotzdem: Ein Wahnsinnsjahr 2018

Siegerposen von Federer gab es in diesem Jahr dagegen reichlich. Wohl kaum einer hätte dem Schweizer vor dem Saisonstart zugetraut, in diesem Maße zu glänzen. "Ich bin so glücklich, dass ich auf diesem Level vom Beginn bis zum Ende gespielt habe. Es war großartig. Ich habe diesen Prozess genossen", sagte der vierfache Vater.

Sieben Turniere gewann er in dieser Saison, mehr als jeder andere. Der Rekord-Grand-Slam-Sieger beendet 2017 als Nummer zwei der Welt hinter dem Spanier Nadal. In der Weltranglisten-Geschichte war nie ein Spieler, der das geschafft hat, älter als er. Von 57 Partien verlor er nur fünf.

Vor dem Australian-Open-Triumph hatte er seit Wimbledon 2012 keinen Grand-Slam-Titel mehr gewonnen. Und das alles nach einem verkorksten Jahr 2016 mit maladem Knie und Rücken und einem vorzeitigen Saison-Aus ohne Titel.

Comeback mit Rezept

Die Grundlage dieses Comebacks ist kein Geheimnis. Federer hat akzeptiert, dass er im reifen Tennis-Alter seine Kräfte gezielt einsetzen muss. "Ich kann nicht mehr 25 Turniere spielen – also ich kann es, aber wir wissen alle, was das Resultat wäre", sagte der Rekordmann.

Nach den Verletzungsproblemen im Vorjahr trat Federer 2017 bei deutlich weniger Turnieren an, die Sandplatzphase ließ er sogar komplett aus.

Jetzt erst mal Familie: "Wir lieben das"

Vielleicht verzichtet der Routinier 2018 nicht so konsequent wie in dieser Saison auf seine Einsätze, weil er nach einem gesunden Jahr stabiler ist. Über die Option, wieder auf Sand dabei zu sein, denke er nach. "Für nächstes Jahr kommt alles auf den Tisch. Natürlich hoffe ich, zu spielen."

Aber zunächst stehen jetzt zwei Wochen Familienurlaub an, mit seiner Frau Mirka, den Zwillingsmädchen Myla und Charlene und den Jungs Leo und Lenny. "Das brauchen wir am Saisonende. Nicht nur ich, auch meine Frau und meine Kinder", erzählte Federer. "Wir lieben das."

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Roger Federer spielt im Schottenrock - und "rockt" die Bühne

Es war ein einziger Spaß: Roger Federer "rockt" im wahrsten Sinne des Wortes in einem Showmatch gegen Andy Murray die Bühne, indem er sich spontan einen Schottenrock umwirft.

© dpa

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