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Angela Merkel bleibt Kanzlerin. Aber wie schon vor vier Jahren hat sie nicht die volle Stimmenzahl der Koalition erreicht. Mittlerweile wurde sie auch vom Bundespräsidenten zur Kanzlerin ernannt und hat den Amtseid abgelegt. Am Nachmittag wurden dann noch die Minister vereidigt. Nun steht die neue deutsche Regierung.

Der deutsche Bundestag hat am Mittwoch Angela Merkel zum vierten Mal zur Kanzlerin gewählt. Die CDU-Vorsitzende erhielt 364 Stimmen aller gewählten Abgeordneten im Plenum.

Die GroKo-Parteien von Union und SPD verfügen zusammen über 399 Abgeordnete, also 44 Stimmen mehr als die Kanzlermehrheit erfordert. Für diese waren 355 Stimmen nötig.

Merkel erhielt 364 Ja-Stimmen, 315 entschieden sich gegen die Kanzlerin. Neun Abgeordnete enthielten sich, vier Stimmen waren ungültig.

Abgeordnete von Union und SPD haben gegen Merkel gestimmt

Damit haben mindestens 35 Abgeordnete von Union und SPD nicht für die Kanzlerin gestimmt.

Volker Kauder, Unions-Fraktionsvorsitzender, gratuliert Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Da die Abstimmung im Bundestag geheim ist, lässt sich nicht exakt sagen, wie viele Abweichler in den eigenen Reihen es gab und wie viele Stimmen Merkel aus anderen Fraktionen bekommen hat.

Zum Start der großen Koalition vor vier Jahren hatte Merkel 42 Stimmen weniger bekommen, als Union und SPD gemeinsam hatten. Auch 2005 und 2009 hatten nicht alle Parlamentarier der Koalitionsfraktionen für sie gestimmt.

In der SPD hatte es erheblichen Widerstand gegen eine erneute GroKo gegeben. In einem Mitgliederentscheid hatte sich aber eine deutliche Mehrheit der Sozialdemokraten dafür ausgesprochen.

Angela Merkel nimmt Wahl an - Steinmeier mahnt

Merkel sagte nach der Wahl zu Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU): "Ja, Herr Präsident, ich nehme die Wahl an."

Schäuble wünschte ihr "Kraft und Erfolg und Gottes Segen bei Ihrer großen Aufgabe".

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (r) steht neben den designierten Mitgliedern der künftigen Regierung bei der Übergabe der Ernennungsurkunden im Schloss Bellevue.

Am Mittag hat dann Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Merkel und das Kabinett ernannt.

In einer kurzen Ansprache hat er die die neue Bundesregierung aufgerufen, verloren gegangenes Vertrauen bei den Bürgern zurückzugewinnen.

Dazu werde ein "schlichter Neuaufguss des Alten nicht genügen", sagte er. "Diese Regierung muss sich neu und anders bewähren." Dies gelte ganz besonders im Gespräch mit den Bürgern.

Die Regierung sei gut beraten, "genau hinzuhören und hinzuschauen, auch auf die alltäglichen Konflikte im Land – fern der Weltpolitik, wo Gewissheiten geschwunden sind und das Leben schwieriger geworden ist."

Angela Merkel legt Amtseid ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) legt ihren Amtseid ab vor Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) im Reichstagsgebäude.

Anschließend ging es für Merkel und die Minister dann zurück in den Bundestag. Dort legte sie den Amtseid ab und sprach dabei auch die Worte "so wahr mir Gott helfe".

Die Ressortchefs wurden am frühen Nachmittag im Bundestag vereidigt. Die 15 Ministerinnen und Minister legten die Eidesformel ebenfalls gegenüber Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) ab.

Nach dem Protokoll kommt das Kabinett am Nachmittag um 17.00 Uhr zu seiner ersten, konstituierenden Sitzung zusammen. (cai/dpa)

Die Kanzlerin hat ihre Familie mitgebracht - zum ersten Mal: Bei ihrer Wahl zur Kanzlerin war Ehemann Joachim Sauer erstmals im Bundestag dabei. Ebenso anwesend: dessen Sohn und Merkels 89-jährige Mutter.

Teaserbild: © picture alliance / Gregor Fische

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