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Eine Währungskrise macht der Türkei zu schaffen. Präsident Recep Tayyip Erdogan sucht die Schuld dafür aber nicht bei sich selbst. Stattdessen schwingt er kämpferische Reden an seine Nation - und richtet sich anschließend mit drohenden Worten an seinen Nato-Partner USA.

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Nach dem Absturz der türkischen Lira hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan den Nato-Bündnispartner USA vor einer weiteren Eskalation der Krise gewarnt.

Sollte die US-Regierung die Souveränität der Türkei nicht respektieren, "dann könnte unsere Partnerschaft in Gefahr sein", schrieb Erdogan in einem am Freitagabend (Ortszeit) veröffentlichten Gastbeitrag der "New York Times".

Er drohte, seine Regierung werde ansonsten damit beginnen, "nach neuen Freunden und Verbündeten" zu suchen.

Davor hatte Erdogan die Nation angesichts des dramatischen Wertverlustes der Lira zum Zusammenhalt aufgerufen. "Keine Bedrohung, Erpressung oder Operation wird die Türkei einschüchtern", schrieb Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin auf Twitter.

"Die Türkei wird auch diesen Kampf gewinnen." Verantwortung für den dramatischen Absturz der Lira übernahm Erdogans Regierung nicht.

Erdogan sagte am Freitag im nordtürkischen Gümüshane: "Diejenigen, die glauben, dass sie die Türkei mit Wirtschaftsmanipulationen in die Knie zwingen, kennen diese Nation anscheinend gar nicht." Wen er konkret beschuldigt, sagte er nicht.

Erdogan: "Wirtschaftskrieg" gegen die Türkei

In einer Ansprache in Bayburt hatte er kurz zuvor von einem "Wirtschaftskrieg" gegen die Türkei gesprochen. Die Lira war am Freitag auf ein Rekordtief gefallen: Für einen Dollar wurden zeitweise 6,87 Lira fällig, zu Monatsbeginn mussten weniger als 5 Lira für einen Dollar ausgegeben werden.

Ein von Finanzminister Berat Albayrak vorgestelltes Maßnahmenpaket für die angeschlagene Wirtschaft überzeugte Investoren nicht. Der Minister versprach, dass die Regierung eine "unabhängige Geldpolitik" voll unterstützen werde.

Die Regierung wolle das Vertrauen in die Lira stärken und werde die Inflation effektiv bekämpfen. Wie genau das geschehen soll, ging aus der Präsentation nicht hervor.

Albayrak ist der Schwiegersohn Erdogans, der im Frühjahr eine stärkere Einflussnahme der Regierung auf Zentralbank angekündigt hatte - also das Gegenteil einer unabhängigen Geldpolitik.

Erdogan lehnt Zinserhöhungen ab, um die Inflation zu bekämpfen, die inzwischen die 15-Prozent-Marke überstiegen hat. Mit dieser Haltung widerspricht er diametral der gängigen Wirtschaftslehre.

Während Albayraks Rede heizte US-Präsident Donald Trump die Währungskrise in der Türkei bewusst weiter an. Er schrieb am Freitag auf Twitter: "Ich habe gerade eine Verdopplung der Zölle auf Stahl und Aluminium hinsichtlich der Türkei bewilligt."

Die Beziehungen zur Türkei seien "nicht gut". Trump verwies ausdrücklich darauf, dass die Lira "schnell gegenüber unserem sehr starken Dollar abrutscht!"

Verstoß gegen Regeln der WTO?

Die Regierung in Ankara kündigte umgehend Vergeltung an. "Allen Schritten gegen die Türkei wird wie bislang die notwendige Antwort gegeben werden", teilte das Außenministerium mit. "Die USA sollten wissen, dass sie mit solchen Sanktionen und Druck keine Ergebnisse erzielen werden."

Das türkische Handelsministerium kritisierte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, die neuen Strafzölle seien ein Verstoß gegen Regeln der Welthandelsorganisation WTO. "Wir werden unsere Unterstützung für Eisen-, Stahl- und Aluminiumexporteure fortsetzen, indem wir deren Interessen gegen illegale Praktiken anderer Länder auf jeder internationalen Plattform verteidigen."

Das gelte besonders für die WTO. Die echten Verlierer der Sanktionen seien Produzenten, der Privatsektor und Exporteure beider Länder.

Das Handelsministerium schlug allerdings deutlich moderatere Töne als das Außenministerium an. In der Mitteilung hieß es weiter: "Die USA werden weiterhin ein wichtiger Handelspartner von uns sein."

Die Türkei habe im vergangenen Jahr Eisen, Stahl und Aluminium im Wert von 1,1 Milliarden Dollar (950 Mio Euro) in die USA exportiert - was einen Anteil von 0,7 Prozent aller Ausfuhren ausgemacht habe.

Sanktionen gegen türkische Minister

Die USA fordern die Freilassung des in der Türkei festgehaltenen US-Pastors Andrew Brunson und weiterer amerikanischer Staatsbürger. Trump hatte deswegen vergangene Woche Sanktionen gegen den türkischen Innenminister Süleyman Soylu und gegen Justizminister Abdülhamit Gül verhängt.

Damit werden mögliche Vermögen der Minister in den USA eingefroren, außerdem dürfen US-Bürger keine Geschäfte mit ihnen machen. Erdogan erließ daraufhin ebenfalls Sanktionen gegen US-Minister, die aber weitgehend symbolisch sein dürften.

In dem Gastbeitrag warf Erdogan der Trump-Regierung vor, den türkischen Prediger Fethullah Gülen nicht auszuliefern. Erdogan macht Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich.

Erdogan schrieb, der Putschversuch ähnele dem, "was das amerikanische Volk zweifellos nach Pearl Harbor und den Angriffen vom 11. September erlebt haben". Gülen lebt im Exil im US-Bundesstaat Pennsylvania.

Vom Lira-Verfall betroffen ist vor allem der Bankensektor. Einem Medienbericht zufolge sorgt sich inzwischen auch die Europäische Zentralbank (EZB) um Bankhäuser mit starkem Engagement in der Türkei.

Vor allem Großbanken wie die spanische BBVA, die französische BNP Paribas und die italienische Unicredit stünden deshalb unterer besonderer Beobachtung, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. (dpa/fte)

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Comments

  1. Ilse Mustermann

    Der geht in seinem eigenen Schlammasel unter, na, geht doch!! Leider fahren noch viele, blöde Deutsche in das Land in Urlaub, je billiger, je besser.

  2. Reinhart Von Stolzmann

    In memoriam Kommentar 103 : Kann nicht endlich mal jemand diesem ......... (bitte mitzählen) selbiges stopfen? (Sucht euch aus, welches ich meine.)

  3. erika kerschgens

    #244 Wie? Dollars in Lira umtauschen! Wenn Türken Ihr Geld hier , in Fan DT vom Konto holen - hat Fan DT ein Problem.

  4. Fritz Kaiser

    @markus fischer: Dito

  5. Corinna Kramer

    .-..ä

  6. Bärbel Fischer

    #230, #237, #239, BINGO !!!!!!!!!!! Und wenn der Despot glaubt, dass die hier lebenden Türken ihm ihre Euros schicken, hat er sich aber schwer geschnitten. Freiwillig geben diese Türken ihre Hängematte nicht auf. Hier geht es ihnen doch viel besser. Können sagen was sie wollen, haben gute Sozialhilfe und ein sicheres Leben, ohne Angst verkastelt zu werden. Für mich sind das Verräter am eigenen Volk. Den Despoten zu wählen, aber hier in Sicherheit bleiben.

  7. Corinna Kramer

    Selbst wenn man mir einen Urlaub schenken würde, in die Türkei will ich nicht.

  8. Wolfgang Wessel

    Jetzt kommt es ja ganz dicke! Jetzt bekommen wir auch die Strafe, weil wir leichtfertig den Türken unsere Staatsangehörigkeit verliehen haben, obwohl die nicht einmal auf ihren türkischen Pass verzichtet haben. Wenn es soweit kommt, dass die Türkei sich andere Partner sucht, dann wird Erdogan (mit passiver Genehmigung und Hilfe unserer schlappen Bundesregierung) die hier lebenden Türken gegen uns aufhetzen. Dann sagt er nicht mehr nur, dass Assimilation ein Verbrechen ist, dann wird er die hier lebenden Türken anstiften, uns überall zu schaden und unseren Staat zu unterwandern. Da die dem Kerl ja bereits jetzt in allen Dingen bedingungslos hörig sind, werden die das auch befolgen. Dass das beängstigend ist, das scheint unseren Politikern nicht klar zu sein, bzw. es ist sogar von den ewigen Multi-Kulti-Befürwortern gewollt. Hoffentlich bereitet sich unser Staatsschutz schon jetzt auf diesen Fall vor und verdödelt nicht die Zeit mit Schwachsinn, wie sie es bisher immer getan haben. Übrigens: Ich bin kein AFD-Wähler oder Nazi, wie es viele jetzt gleich unterstellen werden. Ich bin ehemaliger CDU/FDP-Wähler und habe nur große Sorgen.

  9. Stevie Hope

    @248 Bernd Richter Ach ja...wer denn?...

  10. Guido Blume

    #242 Herr Dziemballe: Treffender hätte ich es auch nicht ausdrücken können. Hätte die Türkei große Ölvorräte, hätte man Erdogan schon längst das Horten von Massenvernichtungswaffen unterstellt und die USA wären in typischer Manier eingeschritten. Leid tut es mir um das Volk, auch wenn es so dusselig ist, sein wohl in die Hände eines solchen Mannes zu legen. Ich habe in der Türkei, aber auch bei uns, so viele angenehme Menschen aus diesem Land kennengelernt, dass ich echtes Mitgefühl entwickle.

  11. *****

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  12. Bernd Uhlmann

    Was juckt es einen Elefanten (Trump), wenn ihn ein Pinscher (Erdogan) anbellt??

  13. markus fischer

    Fritz Kaiser @markus fischer: Auch Dumpfbacke? ----------------------------------------------- Muß man sie kennen? beachten? ich denke nicht :-)

  14. Karl-Wilhelm Hild

    Ja, wie lange will die westliche Welt diesem Politikrambo eigentlich noch zusehen? Erkennt denn niemand der Regierenden in Deutschland und Europa die Parallele zu Adolf. Auch der war gewählt, er entmachtete das Parlament, er bestimmte der gut für das Volk war und wer aussortiert werden mußte. Nichts anderes macht Erdogan, nur die Vernichtungsanlagen hat er noch nicht. Wie kommt eigentlich unser Bundespräsident auf die Idee, diesen schwachkopf als staatsgast mit den höchten Protokoll zu empfangen? Diese Führungseltie in deutschland hat überhaupt kein gesprür mehr, was das Volk will. Wir wollen keine Türkenflut, wir wollen keine Türken, die den heimischen Diktator wählen und unterstützen, wir wollen keine Türken in einem Wertebündnis wie der Nato, die die Demokratie mit Füssen treten. Sarazin hatte Recht, wir schaffen uns mit dieser Politk selber ab. Es kommt der Punkt, wo sich ein Volk entscheiden muß, sagte Mandela; entweder man unterwirft sich, oder man kämpft. Wann fangen wir an zu kämpfen, für das was uns wichtig ist.

  15. Stevie Hope

    @252 Susi Maier Du bist doch selbst rassistisch...worüber regst du dich auf?...

  16. Jonas Erdmann

    Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegts an der Badehose.

  17. Corinna Kramer

    Das einzige Problem ist er selbst.

  18. Fritz Kaiser

    Während Erdogan in seinem Palast Kaviar schmatzt und Schampus schlürft, geht die Türkei unter. Unterm Volk verteilt er dann großzügig seine Ehre.

  19. Volker Preuss

    Ja so ist es wenn man sich mit andren anlegt.Es tun mir nur die gegen Erdogan gestimmt haben leid.Bin gespannt,wie lange er noch durchhaelt,dieser Schwachsinnige.Aber die die Tuerken in Deutschland die ihn ja lieben,werden schnelll EUR,s an ihn schicken und Merkel schickt ja auch immer genug davon rueber.Ich kann nicht glauben was fuer ein Schwachsinn in der Politik gerade stattfindet.

  20. *****

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