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Wie kam Jamal Khashoggi ums Leben? Nachdem Saudi-Arabien die Tötung des kritischen Journalisten eingeräumt hat, kursieren neue Details zu den Todesumständen und dem Verbleib des Leichnams. Unterdessen hat der türkische Staatspräsident Erdogan eine ausführliche Erklärung zu dem Fall angekündigt.

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Nachdem Saudi-Arabien am Samstag nach massivem internationalem Druck zugegeben hatte, dass der vermisste Journalist Khashoggi Anfang Oktober im Konsulat des Königreichs in Istanbul getötet wurde, gibt es neue Details zu den genauen Umständen.

In einer ersten Erklärung der Generalstaatsanwaltschaft in Riad habe eine "Schlägerei" im Konsulat zum Tode des Journalisten geführt. Nun berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten hochrangigen saudischen Regierungsvertreter, der 59-Jährige sei durch einen Würgegriff gestorben.

Demnach habe die saudische Regierung Khashoggi überzeugen wollen, in das Königreich zurückzukehren. Ein nach Istanbul gesendetes Team habe seine Anweisungen aber überschritten und schnell Gewalt angewendet. Khashoggi habe sich widersetzt und man habe versucht, ihn am Schreien zu hindern. Dabei sei er schließlich ums Leben gekommen.

Wo ist Khashoggis Leichnam?

Bislang wurden Kashoggis sterbliche Überreste nicht gefunden. In dem Bericht von Reuters hieß es weiter, die Leiche sei in einen Teppich eingewickelt und in einem Fahrzeug des Konsulats weggeschafft worden. Ein lokaler Helfer habe den Leichnam schließlich übernommen. Wohin diese gebracht wurde, weiß Riad demzufolge nicht. Man wolle jedoch herausfinden, wo sie entsorgt wurde.

Unterdessen geht die Suche weiter. Türkische Ermittler hatten unter anderem in einem Waldstück bei Istanbul nach den sterblichen Überresten Khashoggis gesucht.

Erdogan kündigt ausführliche Erklärung an

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan will in der kommenden Woche eine ausführliche Erklärung zum Tod des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi abgeben. Er werde am Dienstag vor seiner islamisch-konservativen Regierungspartei AKP darüber sprechen, sagte er.

"Weil wir Gerechtigkeit suchen", sagte Erdogan. Die ganze Wahrheit werde ans Licht kommen. "Warum sind 15 Menschen hierhergekommen? Warum sind 18 Menschen verhaftet worden? Das muss mit allen Details erklärt werden." Er werde dazu am Dienstag "ins Detail" gehen, sagte er.

Der regimekritische Journalist Khashoggi hatte das saudische Konsulat in Istanbul am 2. Oktober betreten, um Papiere abzuholen und war nicht mehr herausgekommen. Türkische Medien hatten berichtet, Khashoggi sei von einem 15-köpfigen saudi-arabischen Killerkommando in dem Konsulat gefoltert und ermordet worden. Sie beriefen sich auf Tonaufnahmen, die türkischen Sicherheitskräften vorliegen sollen. (jwo/AFP/dpa)

In Saudi-Arabien herrscht allein der Monarch, auf Basis des islamischen Rechts. Wahlen und Parteien gibt es nicht. Nun wurde ein bekannter Regimekritiker getötet. Wie reagiert Deutschland, das über die Jahre viele Waffen an den Wüstenstaat verkauft hat?

Teaserbild: © picture alliance/dpa

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