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Einwanderung ist weltweit eines der problematischsten politischen Themen. Besonders Deutschland ist auf Zuwanderer angewiesen, demografisch wie wirtschaftlich. Dem müsse die Bundesregierung Rechnung tragen, fordert das Institut der deutschen Wirtschaft. Es legt Zahlen vor, die alarmieren.

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Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) fordert eine Migrationspolitik, die künftig mehr qualifizierte Zuwanderer dauerhaft in Deutschland hält.

Hochqualifizierte verlassen Deutschland

Im vergangenen Jahr seien zwar rund 1,4 Millionen Ausländer nach Deutschland gezogen - 708.000 seien 2017 aber auch abgewandert, darunter zahlreiche hochqualifizierte Menschen, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten IW-Studie.

Die meisten dieser Rückkehrer lebten demnach nur kurz in Deutschland, etwa für die Dauer eines Semesters an der Universität oder eines Projektes. Über 200.000 gingen aber auch nach über drei Jahren.

Von den 1,39 Millionen Zuwanderern 2017 kamen 850.000 aus einem Land der Europäischen Union - 410.000 EU-Ausländer verließen Deutschland im vergangenen Jahr.

Immer mehr Migranten ziehen wieder weg

Von 2012 bis 2016 habe sich die Zahl derjenigen, die fortzogen, von 332.000 auf 771.000 verdoppelt. Laut Studie hat vor allem die Zahl der Ausländer zugenommen, die das Land in den ersten drei Jahren ihres Aufenthaltes wieder verließen.

Es sei daher davon auszugehen, dass ein bedeutender Teil der heute nach Deutschland kommenden Zuwanderer das Land mittelfristig wieder verlassen werde, heißt es in der IW-Studie.

Um den negativen Folgen des demografischen Wandels entgegenzuwirken, müsse aber darauf hingearbeitet werden, dass Fachkräfte aus dem Ausland zuwandern - und dass sie langfristig im Land bleiben.

Wer sich aufgenommen fühlt, bleibt

Hier spielten das Zugehörigkeitsgefühl und die familiäre Situation der Zuwanderer eine wichtige Rolle, ergab die Studie, die dazu Daten aus dem sozio-oekonomischen Panel (SOEP) aus den Jahren 2015 und 2016 auswertete. Die meisten seit 2015 nach Deutschland Geflüchteten wurden bei dieser Befragung allerdings nicht berücksichtigt.

Nur neun Prozent der Zuwanderer, die das Gefühl haben, in Deutschland zu Hause und akzeptiert zu sein, planen laut SOEP-Befragung eine Rückkehr in die Heimat. Besteht dieses Gefühl nicht, sind es 27 Prozent.

Kinderreiche bleiben eher

Ein weiterer Grund, in Deutschland zu bleiben, ist der Befragung zufolge die Familie. Zuwanderer mit zwei oder mehr Kindern verlassen die Bundesrepublik deutlich seltener und sind eher bereit, sich einbürgern zu lassen. Dahinter stehe oft der Wunsch, den Kindern eine bessere Zukunft zu bieten.

Angesichts des Fachkräftemangels müsse die Migrationspolitik hierzulande künftig darauf abzielen, auch die Zuwandererfamilien zu unterstützen, folgert IW-Studienautor Wido Geis-Thöne.

"Wenn beide Eltern am Arbeitsmarkt und die Kinder im Bildungssystem Fuß fassen, kann es besser gelingen, Hochqualifizierte langfristig im Land zu halten." Schließlich sei Deutschland dringend auf Zuwanderung angewiesen.  © AFP

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