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Eine Familie aus einem kleinen Ort an der Elbe verschwindet spurlos. Wenig später wird der Vater tot aus dem Fluss gezogen, seine Ehefrau und die zwölfjährige Tochter bleiben vermisst. Selbst für erfahrene Ermittler ist der Fall etwas Besonderes, auch drei Jahre später.

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Drei Jahre nach dem Verschwinden der Familie sieht in der gepflegten Siedlung an der Elbe fast alles so aus wie damals. Nur die gelben Siegel an der Haustür des schlichten Klinkerbaus fehlen, andere Menschen leben jetzt hier.

Ein Zaun wurde aufgestellt, eine kleine Hecke gepflanzt. Lange standen Grablichter vor der Tür, auch die ausgeblichenen Fotos der Verschwundenen sind weg.

Eine Familie aus einem kleinen Ort an der Elbe verschwindet spurlos. Wenig später wird der Vater tot aus dem Fluss gezogen, seine Ehefrau und die zwölfjährige Tochter bleiben vermisst. Selbst für erfahrene Ermittler ist der Fall etwas Besonderes, auch drei Jahre später.

So lief der Tag des Verschwindens

Seit dem 22. Juli 2015 gibt es keine Lebenszeichen mehr. Die zwölfjährige Miriam Schulze bleibt am letzten Schultag vor den Sommerferien in Niedersachsen wegen einer Erkrankung daheim, ihre Mutter Sylvia fährt an diesem Mittwoch zur Arbeit bei einem Discounter. Am Abend stellt Familienvater Marco Schulze die Mülltonne vor die Tür, danach wird keiner der drei mehr lebend gesehen.

Miriam hatte mit einer Freundin aus der Siedlung nicht weit von Hamburg einen Reiturlaub geplant, erinnert sich die Mutter des Mädchens. "Unsere Tochter wollte am Samstag mit Miriam in die Reiterferien, sie war ihre beste Freundin", sagt die Frau, genannt werden möchte sie nicht. "Sylvia hatte schon einen Teil bezahlt."

Miriams Vater Marco habe auf dem Reiterhof ausgeholfen. "Die beiden haben sich noch am Mittwoch vor dem Haus über die Schule unterhalten und dabei gelacht", schildert sie die letzte Begegnung der Mädchen an dem warmen Sommertag. "Marco war ein liebevoller Vater", sagt sie noch.

Sylvia Schulze kommt nicht mehr zur Arbeit, die 43-Jährige gilt als sehr zuverlässig. Eine Kollegin und besorgte Nachbarn alarmieren die Polizei.

"Das war ein Freitag", erinnert die Mutter von Miriams Freundin. "Wir haben die Polizei am frühen Nachmittag angerufen, fünf Minuten später war sie da." Im Haus finden die Beamten nichts. Kurz darauf rücken Polizisten mit Spürhunden an, die Spurensicherung ist im Einsatz.

Am Samstag fliegt ein Hubschrauber über die Elbmarsch. Sonarboote und Taucher sind im Einsatz. Dann, am 31. Juli, wird der Vater in Lauenburg unter einer Brücke ertrunken aus der Elbe gezogen, 25 Kilometer flussaufwärts. Der Tote ist mit einem Betonklotz beschwert, alles spricht für Suizid.

War es der Vater?

"Wir gehen davon aus, dass der Familienvater die beiden umgebracht hat", sagt Kriminalhauptkommissar Jan Krüger. Schon damals war er Polizeisprecher, stand vor den Kameras und Mikrofonen der Journalisten auch aus dem Ausland, sogar die "Times" hat über den Fall berichtet. "Gegen Tote wird nicht mehr ermittelt", erklärt er die rechtliche Lage.

Deshalb habe die zuständige Staatsanwaltschaft das Verfahren kurz nach dem Fund der Leiche geschlossen. "Das ist jetzt eine Vermisstensache. Vermisstensachen verjähren grundsätzlich nicht", sagt Krüger. "Erst wenn der Vermisste für tot erklärt oder gefunden wird, werden die Akten geschlossen."

Immer wieder wird im Fluss gesucht, auch Monate später noch. Im August 2015 meldet sich eine Zeugin. Sie will die Familie am 22. Juli - dem Tag des Verschwindens - an einem kleinen See in Holm-Seppensen gesehen haben.

Suchhunde finden Geruchsspuren, nur die des Vaters führen wieder weg - gefunden wird nichts. Viele Jogger und Spaziergänger sind am See unterwegs. Schwer vorstellbar, dass dort jemand unbemerkt zwei Menschen töten kann, aber ganz auszuschließen ist es für die Polizei nicht.

Einige Monate später meldet sich die ältere Tochter von Sylvia Schulze aus einer früheren Beziehung zu Wort. Die 25-Jährige geht davon aus, dass ihr Stiefvater Frau und Tochter getötet hat, bevor er in den Fluss gesprungen ist, wie sie einer Zeitschrift sagt. Wegen Trunkenheit am Steuer habe der 41-Jährige den Führerschein verloren.

Was war der Auslöser?

Die Sonderkommission "Schulze" ist lange aufgelöst, alle Spuren abgearbeitet. "Eine Zeugin hat ausgesagt, dass sich die Frau möglicherweise von ihrem Ehemann trennen wollte", sagte der frühere Leiter später.

Einen möglichen Auslöser gibt es, doch darüber darf er nicht reden. "Der Tag vor dem Verschwinden war anders als sonst. Irgendetwas hat die Familie bedrückt", sagte er im Herbst 2015.

"Ich vermute, dass es hier aus seiner Sicht einen unüberwindbaren Konflikt zwischen Mann und Frau gegeben hat", sagt Jan Krüger zu den möglichen Motiven von Marco Schulze nur. "Besonders tragisch wird es dadurch, dass vermutlich auch das Kind diesem Konflikt zum Opfer gefallen ist."

Krüger ist 40 und seit 18 Jahren bei der Polizei. "Das ist einer der wenigen Fälle, die auch mir als Polizist noch nach Jahren sehr präsent sind", sagt er. "Das ist ein kleiner Mensch, der von seinen Eltern beschützt werden sollte. Das macht solche Fälle besonders belastend."

"Hier ist die Besonderheit, dass der mutmaßliche Täter sich die Mühe gemacht hat, die beiden Opfer und seinen eigenen Körper verschwinden zu lassen", betont Krüger. "Hierdurch ist man ständig versucht, sich einen Hergang zu konstruieren, um Rückschlüsse zu ziehen, wo Mutter und Tochter versteckt sein könnten."

Und die Nachbarin meint: "Es wäre viel einfacher, wenn wir wüssten, was passiert ist - so läuft ein endloses Gedankenkarussell."

Lange seien die Nachbarn überzeugt gewesen, "dass die beiden noch leben - das hat bestimmt ein Jahr gedauert", sagt sie. "Die Zeit war schlimm, heute habe ich damit aber weitgehend abgeschlossen."  © dpa

Es ist der Alptraum aller Eltern: Ihr Baby wird im Krankenhaus vertauscht. So geschehen in Vietnam. Kann so etwas auch in Deutschland passieren?

Comments

  1. Michael Schneider

    @18: Nein, kein Sorry! Statt dass man einfach froh ist, dass noch kein Kommentar in diese Richtung kam, bringt man erst die Sprache darauf! Was soll das? Und was soll das Gerede von wegen Sie mussten das tun?

  2. Tim Thaler

    Woaw, ein Wunder das noch niemand Merkel die Schuld dafür gegeben hat...ist dieses Thema mal ausnahmsweise nicht für die AfD-Trolle interessant, um es für die eigene Stimmungsmache zu instrumentalisieren ? Auf jeden Fall ist es eine gute Sache das wenigstens ein paar Themen von dieser Misere verschohnt bleiben. Sorry das ausgerechnet ich jetzt die Rede darauf bringen muss. :-X ;-)

  3. Linus Baumstark

    #Siegfried der Kommentar mach mehr Sinn als die bishere Vermutung der Polizei.

  4. Serafina Poppenstedt

    ich selber glaube alledings auch, das Mutter und Tochter noch leben, irgendwo im Ausland.

  5. Serafina Poppenstedt

    er hast sich mit einem Baustellenklotz, für diese Barken, von einer Brücke fallen lassen. was ist da so schwer drann?

  6. Markus Dittrich

    Ich glaube nicht das es der Ehemann und Vater war,es könnte doch auch sein das es ein dritter fremder oder mehrere waren und die Mutter u das Kind woandershin verschwinden lassen haben und der Ehemann versenkt wurde .Ich kann mir nicht vorstellen das sich jemand freiwillig mit Beton beschweren tut und sich versenkt u grausam freiwillig ertrinkt.Das ist für mich sehr merkwürdig dieser Gedanke. Ich habe das Gefühl da steckt eine ganz andere grausame Geschichte dahinter.

  7. Siegfried Tutas

    Sorry liebe Polizei, bei allem Respekt aber wenn sich dieser Mann selbst umbringen wollte, dann ist es unlogisch, wenn er zuvor in besonnener Art und Weise seine Familie tötet und dann auch noch so akribisch verschwinden lässt. Die Anzeichen deuten doch wohl eher darauf hin, dass der Mann beseitigt werden sollte. Sehr wahrscheinlich durch weitere fremde Hilfe. Für mich ist dies ein zu ermittelnder Mordfall. Die Frau und ihre Tochter gehören nicht auf die Vermissten- sondern auf die Fahndungsliste.

  8. Sammy Michaelis

    Hein Müller: Er ist der richtige Vater nicht der Stiefvater!

  9. Hans-Georg Trebbien

    Am Rhein geboren und groß geworden, waren Ertrunkene und Wasserleichen für mich immer ein Thema. Auch die Drohung: "Ich gehe ins Wasser", sowie die Realisierung, ist bei den Flussanliegern durchaus bekannt. Mir ist aber noch nie ein Fall bekannt geworden, dass ein Selbstmörder sich einen Klotz an den Leib bindet, bevor er sich ersäuft. Möglich ist es, aber nicht plausibel.

  10. *****

    Dieser Kommentar wurde gesperrt und wird deshalb nicht angezeigt.

  11. Erika Frank-Elmer

    nn er den klotz im arm hält und dann springt oder in wasser läuft und dann ihn losläßt. alles möglich.ein 25kilo schwerer klotz ist tragbar

  12. Mark Delewski

    wie kann denn jemand mit 'nem Betonklotz am Körper noch in einem Fluss springen??? 🤔 😱 noch interessanter: der Vater soll wohl zunächst Frau und Tochter und dann sich selbst getötet haben, von Frau und Tochter fehlt jede Spur... na der wird sich wohl kaum die Mühe gegeben haben, die beiden vorher meilenweit von seinem eigenen Fundort umgebracht haben, unter dem Motto: "mich können die später ruhig tot auffinden, über die anderen sollen alle ruhig spekulieren, werden nie was finden..." 😴 😪 ich gehe mal eher davon aus, das Frau und Tochter den Vater (möhlicherweise mit fremder Hilfe) getötet und sich anschliessend irgendwo im Ausland abgesetzt haben... warum??? - die Antwort bleibt stumm..... ....

  13. Hein Müller

    Sollte der Stiefvater der Täter sein, wird er den Lohn für sein böses Tun bekommen....

  14. Sammy Michaelis

    Kaum zu glauben, was für dämliche Kommentare unter so einem tragischen Schicksal stehen.

  15. Matthias Buchenweider

    #4 Und wenn doch die Mafia dahinter ist? Ich werde Till anrufen, der wird das schon regeln.

  16. Julian Winter

    #1 Was vermuten Sie denn? Die Russenmafia hat Frau und Kind entführt und den Mann in den Fluss geworfen? Das ist kein Schweiger-Tatort.

  17. Johannes Veit

    Tragisch.. war entweder eine tragische Kurzschlussreaktion eines verzweifelten Familienvaters oder es steckt doch was anderes dahinter. Sieht man ja am NSU Beispiel, wie falsch schnelle Schlüsse der Ermittler völlig falsch liegen können. Allerdings wäre das Vorgehen für organisiertes Verbrechen untypisch, da diese Morde zur Abschreckung dienen sollen und i.d.R. medienwirksam dargestellt werden (Kopfschuss usw.) Aber wer kennt das nicht, die Beziehung ist vorbei, ein Kind ist da und dann will einen der Partner verlassen. Da drehen viele Männer durch und töten die gesamte Familie. Das sollten Frauen bedenken, manche Männer packen sowas nicht. Sie hatte ja schon ein Kind aus einer anderen Beziehung, jetzt hat sie den falschen Partner ausgewählt.. oder es liefen irgendwelche Psychospielchen von einem der beiden Erwachsenen.. man weis es nicht, war ja niemand dabei.

  18. Emma Peel

    #1 Das war die Mafia-Schwimmhilfe. Gibts in jeder Pizzaria zu kaufen. Betonschuhe, Betonkrawatten, Betongürtel.....

  19. Claudia Schrenk

    und den Betonklotz hat der sich alleine umgebammelt ??? wers glaubt....

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