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Viele Menschen kurieren sich nach einer Erkältung oder Grippe nicht richtig aus. Auch ohne eine Grunderkrankung können Betroffene eine Herzmuskelentzündung entwickeln. Die wichtigsten Fakten im Überblick.

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Im Jahr 2017 verstarb der Sat.1-Moderator Martin Haas im Alter von nur 55 Jahren. Nun erklärte sein Bruder, dass Haas nach einer Erkältung zunächst eine Lungenentzündung entwickelt hatte. Er hatte die Erkrankung völlig unterschätzt und wollte bald wieder vor der Kamera stehen. "Er wusste, dass er wegen seines Herzens gefährdet war, aber er ahnte nicht, dass er todkrank war", sagte sein Bruder der "Bunten".

Gefährdet sind aber nicht nur Menschen, die eine Vorerkrankung des Herzens haben. Eine Herzmuskelentzündung als Folge einer verschleppten Grippe kommt schleichend und fast lautlos. Viele Betroffene haben keine oder nur unspezifische Symptome. Wird sie jedoch nicht erkannt, kann die sogenannte Myokarditis sogar zum Tod führen.

Was ist eine Herzmuskelentzündung?

Eine Herzmuskelentzündung genannt, wird häufig von Bakterien oder Viren verursacht. Sie kann in Folge einer Erkältung oder einer Grippe auftreten. Aber auch Pilze, Parasiten, Strahlung oder Medikamente können die Erkrankung auslösen.

Die Erreger dringen in das Herz-Muskel-Gewebe ein und beginnen, es zu zerstören. Normalerweise reagiert das Immunsystem in diesen Fällen, so dass die Krankheit ausheilen kann.

"Bei 50 Prozent der Patienten heilt die Myokarditis komplett aus, etwa 30 Prozent entwickeln eine kurzzeitige Störung und bei 20 Prozent kommt es zu einer dauerhaften Einschränkung der Pumpfunktion des Herzens", erklärt Dr. Ingrid Kindermann von der Klinik für Innere Medizin in Homburg.

Es gibt jedoch auch Fälle, in denen das Immunsystem die Entzündung verschlimmert, wie die Deutsche Herzstiftung im Ratgeber "Myokarditis: Herzmuskelentzündung - eine oft unterschätzte Erkrankung des Herzens" schreibt. Dabei bleibt die Entzündung bestehen, obwohl keine Erreger oder Schadstoffe mehr vorhanden sind.

Der Verlauf einer Herzmuskelentzündung hängt stark vom Patienten ab. Welche Symptome auftreten oder wie lange die Krankheit andauert, ist so kaum vorherzusagen.

Die Auslöser können ebenfalls sehr unterschiedlich sein. Daher ist die Diagnose und die Entscheidung für eine Behandlung sehr schwierig für Ärzte.

Welche Symptome treten auf?

Bei einer Herzmuskelentzündung können viele verschiedene Symptome auftreten, die jedoch auch mit anderen Erkrankungen in Verbindung gebracht werden. Viele Patienten berichten von Schnupfen, Fieber oder Kopf- und Gliederschmerzen - also klassische Anzeichen für eine Erkältung oder einen grippalen Infekt.

Bei der Myokarditis kommen zudem noch Müdigkeit, Atemnot und körperliche Erschöpfung hinzu. Auch Kreislaufstörungen, Schwitzen und gleichzeitiges Frieren können auftreten.

"Wenn ich nach einer Grippe nicht mehr auf die Beine komme, Luftnot habe oder mich schlapp fühle oder Wasser in den Beinen habe, sollte ich unbedingt einen Arzt aufsuchen", erklärt Dr. Kindermann.

Auch viele Kinder und Jugendliche sind von einer Myokarditis betroffen. "Junge Leute werden manchmal nicht so ernst genommen, deswegen ist es wichtig, dass gerade diese zum Arzt gehen und ihre Beschwerden schildern", so Dr. Kindermann.

Genauen Zahlen, in wie vielen Fällen eine Herzmuskelentzündung nach einer Grippe oder einer Erkältung auftritt, gibt es allerdings nicht, da die Krankheit schwer zu diagnostizieren ist.

Welche Folgen hat eine Herzmuskelentzündung?

Teilweise bekämpft der Körper die Myokarditis erfolgreich selbst. In manchen Fällen kann es jedoch auch zu einer akuten Herzmuskelentzündung kommen. Dabei verschlechtert sich die Pumpfähigkeit des Herzens, es kommt also vereinfacht gesagt zu einer Herzschwäche. Auch Herzrhythmusstörungen können auftreten, schildert Dr. Kindermann.

Wichtig ist, dass man bei auftretenden Symptomen an die Möglichkeit einer Herzmuskelentzündung denke, betont Dr. Kindermann. "Die Erkrankung hat eine gute Prognose, wenn sie erkannt und frühzeitig behandelt wird."

Wie lange muss ich mich nach einer Grippe auskurieren?

Viele Menschen wollen nach einer Erkältung wieder mit Sport weitermachen. Doch das kann schnell gefährlich werden.

"Nach einem fieberhaften Infekt sollten Sie absolut keinen Sport machen, sich ausruhen und den Infekt ausheilen lassen", betont Dr. Kindermann. Sie empfiehlt frühstens eine Woche nach der Erkältung wieder mit Sport anzufangen. Patienten sollten sich fit fühlen, nicht mehr hüsteln und auch keinen Schnupfen mehr haben.

Auch die Sauna sollten Betroffene meiden. "Es passiert immer noch häufig, dass Menschen versuchen, die Sache auszuschwitzen", so Dr. Kindermann. Das helfe nicht und verschlimmere die Situation noch. (mh, ada)

Weitere Informationen bietet die Herzstiftung im Internet oder per Tel. unter 069 955128113.
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Comments

  1. Stephan Möller

    Ich habe Anfang des Jahres "nur" 'nen grippalen Infekt gehabt, nach 3 Wochen war ich der Meinung, Alles ist wieder gut. Nach einer Weile wurde ich immer schlapper, die Leistungsfähigkeit nahm ab, und die Luft reichte nicht. Ich hab's dann auf Verspannungen geschoben, weil ich auch starke Schmerzen im Rücken-/Brustwirbelbereich hatte. Kurz vor Ostern bin ich dann Freitagabend in die Notfallambulanz wegen der immer stärkeren Rückenschmerzen. Nach dem EKG (Puls 170) war ich sofort auf der Intensivstation, da liefen tausend Leute um mich herum. Es hat sich dann herausgestellt, daß ich eine Myokarditis und einen großen Pedikarderguss im Herzbeutel hatte. Damit hätte ich jeden Moment den Löffel weglegen können. Und gemerkt habe ich außer den Rückenschmerzen im Grunde Nichts... Ich habe die Schnodderseuche auch immer auf die leicht Schulter genommen, die Pumpe war ja auch immer gesund, einschließlich Bilderbuch-Blutdruck. Jetzt fresse ich immer noch 7 Medikamente, wann ich wieder arbeiten kann, weiss ich noch nicht. Ob das Herz wieder seine Leistungsfähigkeit zurückbekommt auch nicht. Es gibt so Momente im Leben, da werden viele Dinge wirklich nebensächlich...

  2. Helmut Straub

    Martin Haas,wäre,wahrscheinlich,nicht gestorben,Grippeschutzimpfung,und auch für 10 Jahre,Impfung,gegen Lungenentzündung.

  3. Helmut Straub

    Man muss sich,unbedingt,gegen Lungenentzündung, impfen lassen,sehr wichtig,in der Regel,zahlt das die Krankenkasse,jeder Arzt,klärt dazu auf.

  4. Boran Brausewich

    Äh ja mein Chef zahlt nur Leistungs - Prämie an Mitarbeiter wenn man nicht Krank wird. Sogar unser toller Staat / Regierung unterstützt noch diesen Blödsinn mit Geld.

  5. Boran Brausewich

    #17 Yves Wartbichler Herzlos aber Korrekt und wird jedem zum Nachdenken bringen. Das jeder Mensch nur 1. Leben hat. Aber unsere Deutsche Kultur besteht ja nur um zu Arbeiten kostet was es Wolle.

  6. Birgit Ulsahs

    Mit einer Lungenentzündung ist nicht zu Spassen und Herzprobleme geht nicht gut aus !

  7. Tom Rom

    "Michael Jung" - stimmt, Hausmittelchen helfen Ihnen sicherlich auch bei Komplikationen wie einer Influenza-Encephalitis, einer Influenza-Myokarditis oder Influenza-Pneumonie. Intensivmedizinische Hilfestellung ist in diesen Fällen sicherlich obsolet, oder?

  8. Andreas Lorenz

    Sagt das einmal allen Arbeitgebern , die meist die ersten Anzeichen verharmlosen und nachdem man schon einige Scheinchen in der Apotheke gelassen hat , packt die Krankheit ( ob nun Grippe , Entzündung oder Verstauchung ) dann richtig zu und die Genesungszeit verdoppelt sich . Ruhe in Frieden , Martin . CX

  9. Lezock Heinz Joachim

    Mensch Martin, Du fehlst ! Du warst einer der wenigen Moderatoren, die heutzutage noch den Schneid zur emotional-neutralen Berichterstattung hatten und absolut sympathisch sind. Ein großer Verlust für alle Zuschauer, in einer Zeit, die leider von einer politisch- korrekten Medienberichterstattung mit Zensur geprägt ist. Schlaf schön........................

  10. Manfred Rettinghausen

    Mit einer Myokarditis ist nicht zu spassen. Hatte eine verschleppte Lungenentzündung durch Streptokokken, die nicht erkannt wurde. Ein selbst herbeigerufener NAW mit Notarzt stellte einen Herzinfarkt fest, verursacht durch die Myokarditis, da Herzenzyme nachweisbar waren. 10 Tage hat unser KKH nach den Ursachen des noch immer auftretenden hohen Fiebers gesucht, bevor besagte Streptokokken gefunden wurden. Nach der Entlassung aus dem KKH sollte ich 6 Monate strikte Ruhe einhalten, ansässiger Kardiologe gab bereits nach 3 Wochen das "Go" zur Wiederaufnahme der Arbeit - unverantwortlich. Habe heute noch immer Probleme mit der Pumpe. Sport nicht mehr möglich, da sonst Herzrhythmusstörungen auftreten. Die Gefahr eines Wiederauftretens einer Myokarditis liegt bei 20%!!! Hätte ich nicht selber den NAW gerufen, wäre ich 2 Stunden später tot gewesen, so der Notarzt. Deshalb ist es sinnvoll, auftretende Symptome richtig zu deuten.

  11. Yves Wartbichler

    Selbst schuld. Noch so einer, der sich vor lauter Pflichterfüllung umbringt.

  12. Boran Brausewich

    Eine Woche ausruhen ..haha ...Liebe Redaktion .. Besser wäre 3 Wochen und dann langsam beginnen... und.....das gilt bei jung und alt. Bei angeborenen Herzfehler würde ich generelle das Herz schonen.

  13. Michael Jung

    Bei einer Grippe, auf gar keine FALL zu einem schul Med. !!! Da die meisten vonn dennen ja NULL Ahnung haben !!! Man bekommt was verschrieben, das NULL Hilft. Wie z.b. : Antibiotika !!! Das ja NULL Hilft, das eine Grippe eine Viruserkrankung ist !!! Da helfen am aller besten alte Hausmittel, sonst NULL und NICHTS !!!

  14. Tom Rom

    "Eine Herzmuskelentzündung genannt, wird häufig von Bakterien oder Viren verursacht." - Die häufigsten Myokarditis-Fälle werden durch Viren verursacht. In erster Linie sind es Coxsackie-Viren, Influenza- und Adenoviren können aber ebenfalls eine Myokarditis auslösen. Bakterielle Infektionen sind eher bei Personen mit geschwächtem Immunsystem vorzufinden. "Teilweise bekämpft der Körper die Myokarditis erfolgreich selbst. In manchen Fällen kann es jedoch auch zu einer akuten Herzmuskelentzündung kommen. Dabei verschlechtert sich die Pumpfähigkeit des Herzens, es kommt also vereinfacht gesagt zu einer Herzschwäche." - Die Infektion heilt nicht teilweise, sondern in vielen Fällen aus. Allerdings ist hierfür Schonung nötig. Eine infektiöse Myokarditis ist akut, die Myokarditis kann in dem Fall in keine akute Form übergehen. Allerdings kann die (akute) Myokarditis in eine dilatative Kardiomyopathie übergehen.

  15. Dieter Hinders

    Ich finde es schlimm, wie einige das Problem verharmlosen. Grippe und grippaler Infekt sind Virusinfektionen, die auskuriert werden müssen. Ansonsten wird oft das Herz befallen. Eine Freundin von mir ist vor 20 Jahren gestorben, weil die Grippe nicht auskuriert würde. Damals ebenso ein Freund einer Kundin und vor wenigen Jahren eine bekannte Augenärztin in einer Nachbarstadt. Der Sohn eines anderen Kunden lag 4 Wochen im Krankenhaus und noch 2 Monate Zuhause. Also: Noch Fragen???

  16. Die Redaktion

    Vielen Dank, Herr Engels & Herr Balschus, für Ihren Hinweis! Wir haben das Bild geändert. Wir entschuldigen uns für die Verwechslung. Der Fehler liegt allerdings NICHT bei unserer Autorin Maria Menz, sondern hat sich bei der Publikation eingeschlichen. Beste Grüße

  17. *****

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  18. *****

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  19. michael johann

    Welch Meisterleistumg!! Alexander Hermann auf dem Bild! Prima Recherche!!

  20. die neue

    kann mir nicht passieren, hab kein herz .-)

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