Loading...

Fleisch sollte man immer gut durchbraten – denn sonst kann man sich fiese Keime einfangen. Insbesondere Hackfleisch, Geflügel und Schweinefleisch sind häufig mit Erregern belastet. Achtet man nicht darauf, drohen Durchfallerkrankungen. Bei geschwächten Personen kann das gefährlich werden.

Huch, war das etwa noch roh? Fast jeder dürfte schon einmal ein Stück Fleisch erwischt haben, das nicht gut durchgebraten war. Aber ist das eigentlich gefährlich? In den meisten Fällen passiert zum Glück nichts, da das Immunsystem Erreger gut in Schach halten kann. Auch nicht jedes Stück Fleisch ist mit gefährlichen Keimen belastet.

Trotzdem sollte man insbesondere bei Fleisch sehr vorsichtig sein und darauf achten, es gut durchzubraten. Das gilt insbesondere für Geflügel und Schweinefleisch – denn darauf sitzen häufig die fiesesten Keime. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit veröffentlicht darüber jedes Jahr einen Bericht.

Die Erreger können Durchfall auslösen

Demnach sind Hähnchen und Pute vor allem mit Campylobacter und Salmonellen besiedelt, die Durchfallerkrankungen auslösen. Bei Schweinefleisch finden sich vor allem Salmonellen und multiresistente Keime.

Rindfleisch und Fleisch vom Kalb ist hingegen eher mit einem bestimmten E.coli-Stamm besiedelt. Wie die Bakterien im Einzelnen auch heißen – eine Infektion mit ihnen sollte man sich lieber nicht einfangen.

"Wie häufig Erreger im Fleisch vorkommen, bedingt nicht zwangsläufig die Häufigkeit von Erkrankungen des Menschen", sagt Nina Banspach, Pressesprecherin des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Immer wieder kommt es aber vor, dass Menschen sich über Lebensmittel beispielsweise mit Salmonellen infizieren. Im Jahr 2016 litten rund 2.508 Menschen an einer lebensmittelbedingten Erkrankung. "Etwa die Hälfte der übermittelten Ausbrüche wurde durch den Erreger Campylobacter verursacht, 23 Prozent durch Salmonellen", sagt die Expertin.

Infektion ist vor allem für geschwächte Menschen gefährlich

Rohe tierische Produkte können grundsätzlich Lebensmittelvergiftungen auslösen, dazu zählen zum Beispiel auch Rohmilch und Fischerzeugnisse. Eine Lebensmittelvergiftung macht sich insbesondere durch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall bemerkbar, manchmal schon wenige Stunden nach dem Verzehr.

Es können auch Kreislaufprobleme und Fieber hinzukommen. "In der Regel heilen solche Infektionen von selbst aus", sagt Banspach. "Sie können im Extremfall aber auch lebensbedrohlich sein." Das gilt insbesondere für Menschen, deren Abwehrkräfte geschwächt oder noch nicht gut ausgebildet sind, also zum Beispiel für kleine Kinder oder für Personen mit Vorerkrankungen.

Fleisch immer gut durchbraten

Um sich vor solchen Infektionen zu schützen, sollte man also kein rohes Fleisch essen und Fleisch zu Hause gut durchbraten. Das rät auch Dr. Susanne Huggett. Sie ist Leiterin der Abteilung für Hygiene und Infektionsprävention an den Asklepios-Kliniken. "Insbesondere bei Hackfleisch besteht ein großes Risiko, dass es mit multiresistenten Erregern belastet ist", sagt sie.

Das Problem: Diese Erreger müssen nicht einmal sofort krank machen. Sie können sich aber im Darm ansiedeln, in dem eine Vielzahl verschiedener Bakterien lebt, die dem Menschen bei der Verdauung helfen.

"Davon merkt ein gesunder Mensch zunächst einmal nichts", sagt die Ärztin. Wissenschaftliche Untersuchungen hätten aber gezeigt, dass es dort zu einem Gentransfer kommen kann: Die multiresistenten Erreger können ihre Eigenschaften an andere Darmbakterien weitergeben.

Multiresistente Keime drohen sich auszubreiten

Auch davon spürt man zunächst einmal nichts. "Es kann aber zum Problem werden, wenn man an einer Infektion erkrankt und Antibiotika benötigt", sagt Huggett. Antibiotika wirken dann womöglich nicht mehr oder nur eingeschränkt. "Außerdem besteht die Gefahr, dass sich die multiresistenten Erreger aus dem Darm weiter im Körper ausbreiten."

Das könnte auf lange Sicht dazu führen, dass die vorhandenen Antibiotika nicht mehr gegen Krankheiten wirken. Huggett verweist auf Studien des englischen Ökonomen Jim O’Neill, der davor warnt, dass bis zum Jahr 2050 jährlich weltweit rund zehn Millionen Menschen an Infektionen mit multiresistenten Keimen sterben könnten. Insbesondere Fleisch aus Massentierhaltung sei mit solchen Erregern belastet, sagt Huggett. Sie rät, generell weniger Fleisch zu essen, dafür aber hochwertiges Fleisch zu kaufen.

Auch Hygiene in der Küche ist wichtig

Geflügel wie Huhn oder Pute sollte man ebenfalls nicht roh essen. Da dieses Fleisch aber besonders häufig mit Keimen belastet ist, die auch Menschen krankmachen können, sollte man es zu Hause gut durchbraten. "Die Kerntemperatur im Fleisch muss mindestens 70 Grad betragen und das zehn Minuten lang, damit alle Erreger darin abgetötet werden", sagt Huggett.

Ein Risiko besteht aber nicht nur im Verzehr von Fleisch, das nicht ausreichend erhitzt wurde – auch die Hygiene in der Küche spielt eine Rolle bei Infektionen. Wer dort nicht sorgfältig arbeitet, kann Keime vom Fleisch sonst schnell auf andere Lebensmittel übertragen – und dadurch eventuell krank werden. "Ich empfehle, rohes Fleisch vor der Zubereitung abzuwaschen und mit einem Papiertuch trocken zu tupfen", sagt Huggett. Bretter oder Messer, die mit rohem Fleisch in Berührung gekommen sind, sollte man sofort gründlich und heiß reinigen. "Ansonsten schneidet man auf dem Brett, auf dem vorher noch das rohe Fleisch lag, mit dem selben Messer später Salat und überträgt dabei die Keime", warnt die Expertin. Auch Wischtücher und Schwämme sollte man regelmäßig wechseln.

Weitere Tipps zur Hygiene in der Küche gibt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung.

Bildergalerie starten

Das dreckige Dutzend: Diese Lebensmittel waren 2017 am meisten mit Pestiziden belastet

Jedes Jahr gibt eine Umweltorganisation aus den USA eine Liste mit dem Titel "Das dreckige Dutzend" heraus. Darauf befinden sich die Lebensmittel, die am schwersten mit Pestiziden belastet waren. Finden Sie heraus, welche Produkte das 2017 waren.


Comments

  1. Karl Koll

    Fleisch immer roh essen...Mein Hund mag es gebraten...

  2. Ronny Gabelweihe

    ...Fleischsalat auch? Vegetarische Buletten? Egal, ich werde zukünftig alles gut durchbraten. Bei Steaks bin ich mir aber nicht sicher!

  3. Herr Schrödinger

    und was sich alles für fiese Ereger auf auf Gemüse und Obst erstmal tummeln- für die gibts nämlich keine Kühlkette. Also Obst und Gemüse immer gut durchbraten am besten Totbraten dann können sorgar Veganer überleben.

  4. Nikolaus Mitko

    Vor allem Tatar immer gut durchbraten! Sushi natürlich auch. Und Matjes zu Bratheringen!

  5. Jan Stoos van Achtern

    @gina reda Eben. Ess ich auch nicht.

  6. gina reda

    Mit rohem Fisch ist nicht nur Sushi gemeint, auch ein Matjesfilet oder ein Bismarck-Hering wurden nie durchgegart!

  7. Jan Stoos van Achtern

    Ich habe noch nie was von rohem Fleisch oder Fisch gehalten.

  8. Rudi Merz

    Und was ist mit den Mill.Steaks,die Täglich gegessen werden?

Leave a Reply