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In den kommenden Tagen könnte der Hitzerekord für das Jahr 2018 fallen. So schön sommerliche Temperaturen im Urlaub sein können, so belastend sind sie im beruflichen Alltag. Neidvoll schaut die arbeitende Bevölkerung auf Schülerinnen und Schüler, die Hitzefrei bekommen – oder gibt es das auch für Berufstätige?

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Egal, wie hoch die Quecksilbersäule steigt: Auch wenn draußen hochsommerliche Temperaturen herrschen, müssen Berufstätige ihre Stundenzahl ableisten.

Natürlich kann jeder Arbeitgeber seinen Mitarbeitern freigeben, wenn er möchte - Hitzefrei gibt es im Normalfall allerdings nicht.

Doch die Grenzen des Zumutbaren dürfen nicht überschritten werden: Der Chef muss dafür sorgen, dass Arbeiten nicht zur unerträglichen Qual wird.

Was der Arbeitgeber gewährleisten muss

Die Pflichten des Arbeitgebers sind in den "Technischen Regeln für Arbeitsstätten" festgelegt.

Dort heißt es unter anderem, dass die gefühlte Raumtemperatur 26 Grad Celsius nicht überschreiten sollte. Ab 30 Grad ist der Arbeitgeber verpflichtet, Gegenmaßnahmen zu ergreifen - mit einer Klimaanlage, Ventilatoren oder Jalousien.

Die besten Tipps gegen Hitze im Büro.

Zudem ist es möglich, die Kernarbeitszeit in die kühleren Morgenstunden zu verlegen.

Aber was tun, wenn es noch wärmer wird? Die "Technischen Regeln für Arbeitsstätten" besagen in dem Fall lediglich, dass Büros ab 35 Grad nicht mehr als Arbeitsräume geeignet sind.

Das gilt aber auch nur, wenn keine entsprechenden Kühlungsmaßnahmen wie spezielle Hitzeschutzkleidung vorhanden sind.

Es gibt Ausnahmeregelungen

Ausnahmen gibt es für Schwangere, Stillende und Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Ihnen kann in den meisten Fällen Arbeit bei über 26 Grad nicht zugemutet werden.

Vom Job befreit sind sie deshalb dennoch nicht. Der Arbeitgeber muss sich in diesen Fällen nur strengeren Regeln unterwerfen. Können Schwangere beispielsweise einen Attest vorweisen, der die Einhaltung einer bestimmten Raumtemperatur verlangt, muss der Chef einen anderen, kühleren Arbeitsort zu Verfügung stellen.

Mancher Arbeitnehmer bekommt ein Problem, wenn das Kind Hitzefrei hat, er selbst aber nicht. Wer übernimmt dann die Betreuung? In diesem Fall muss der Arbeitgeber den Mitarbeiter freistellen - allerdings unbezahlt.

Arbeitsplatz niemals eigenmächtig verlassen

Eigenmächtig zu beschließen, dass es zu heiß ist und den Arbeitsplatz zu verlassen, sollte man aber auf gar keinen Fall.

Das stelle "eine Verletzung des Arbeitsvertrages dar und kann eine Abmahnung oder Kündigung zur Folge haben", zitiert die Deutsche Anwaltsauskunft den Rechtsanwalt Dr. Thilo Wagner.  © spot on news

Comments

  1. Manfred Diehl

    @Thomas Steudten #20 ... in seinem 100 grad heißen Büro . 100 grad Fahrenheit = 38 grad Celsius Könnte hinkommen! 😉

  2. siegfried Dehn

    Über diese Frage wird in jedem Sommer diskutiert. Einmal ist es gut. Im Zweifelsfall in den Arbeitsvertrag schauen, den Arbeitgeber fragen - oder Urlaub nehmen....

  3. Rosemarie Sydow

    Franz Wegner, aber in den von Ihnen genannten Ländern wird ne 3-stündige Mittagspause gemacht;)

  4. Thomas Kopfer

    Kluge Arbeitgeber, Unternehmer stellen sich darauf ein. Nämlich auf Anwesenheitspflicht zu bestehen während die Produktivität durch Hitze stark sinkt, Mehrbelastung durch Urlaubsvertretung und zudem weniger Kollegen in andren Abteilungen und Unternehmen nicht erreichbar sind, kann bloße Anwesenheit letztlich nur sehr teuer werden. Aber durch Fürsorge, die Verständnis von der Geschäftsleitung signalisiert, wie Versorgung mit Getränken, mal ein Eis ausgeben, früher freigeben um die erlassene Zeit später nachzuarbeiten, kann hier entspannt werden und sogar das Unternehmen noch punkten bei den Mitarbeitern, denn Flexibilität bezieht nicht nur auf die Mitarbeiter, sondern aufs Management sich neuen Lagen anzupassen!

  5. Ralf Pappert

    Diese Bürohengste sollen sich mal zusammenreißen. Was is mit den ganzen Leuten die im Freien arbeiten oder an Maschinen, die Hitze abstrahlen und nicht im schattigen Büro sitzen? Die fragt auch keiner.

  6. Ludwig Krumme

    Ich bin auch dafür das die armen Mitarbeiter aus dem Büro ab 32°C hitzefrei "nehmen müssen". Aus solidarität müssen sie dann einen Tag Urlaub und den Lohn der in der Zeit anfällt an die Kollegen die kein Hitzefrei nehmen dürfen abgeben. So, wer will denn nun Hitzefrei, ..., keiner?

  7. Manfred Diehl

    @Dieter Wenzel #19 NEIN!

  8. Franz Wegner

    Ich versteh nicht, warum hier wegen ein paar Tagen, an denen es mal etwas wärmer ist, gejammert wird. In den südlichen Ländern wie Italien , Griechenland, Spanien, Portugal usw. , ist es von Mitte Mai bis Oktober durchgehend heiss und da wird nicht lamentiert, ob man frei bekommt oder nicht.

  9. Jeremy Phoenix

    Wieso nur im Büro Hitzefrei? Im Bundestag sind von den 709 Abgeordneten seltenst alle anwesend - egal welches Wetter. Und da wird von den monatlichen 9000+EURO nix abgezogen, dass waere ja noch schöner! Wo doch die Verantwortung eine so schwere Last ist. Also: HITZEFREI für alle! Es sollte schon fair sein.

  10. Rosemarie Sydow

    @Karin Fischer, in meinem kleinen Städtchen gibt's eine KIK-Filiale - da isses so stickig drin...Die armen Damen, die da ihren Dienst verrichten müssen. Scheint überall unterschiedlich zu sein...

  11. Holter Völter

    # 45 da haben sie vollkommen recht. Jedes Jahr im Sommer und im Winter ( wie schütze ich mich bei der Kälte ) das gleiche. Komisch, im Sommer kann es heiss werden, und im Winter kalt. Oh je. .....was soll man machen ? Viel trinken zb. !! Ach so, danke und Prost :-)

  12. Karin Fischer

    @ Alex Widler #28 Hallo Herr Widler, also wenn Sie im Arbeitsschutz arbeiten, sollten Sie wissen, dass es in Büros hohe Ozonwerte durch Drucker gibt, Toner- (Feinstaub) und Papierstaub. Das sind Schadstoffe. @ Thomas Hagenunger #55 Pflegekräfte arbeiten oft in Krankenhäusern - klimatisiert! Einzelhandel häufig klimatisiert. Ich freue mich immer, wenn ich in einen Laden gehe, allerdings kommt dann beim Rausgehen der Hitzeschock.

  13. Ulrike Seidenglanz

    Man sollte da erstmal in die Großbäckereien bei den Temperaturen arbeiten, da gibt es kein Hitzefrei und Klimaanlagen helfen da auch nicht.

  14. Alexander Graske

    #57 Darauf können sie stolz sein, Ihre Enkel werden Ihnen mal Spannend zuhören! :))

  15. gangolf ritscher

    #60, ach ja: für büros gibt's - wie hier bereits öfter erwähnt : KLIMAANLAGEN ! da möchte ich im Gegenzug auch mal 'ne klimatisierte Autobahntalbrückenbaustelle sehen;-)

  16. Michael Schneider

    @ 52 Dieter Wenzel: Man sollte auch nicht planlos Verschwörungstheorien vom Stapel lassen, ohne auch nur den Hauch eines Beweises zu bringen...

  17. gangolf ritscher

    #60 , ach so.. nun verstehe ich, sind die zahlreichen Baustellen auf Deutschlands Autobahnen, auf denen bei 30...40 Grad halb nackte dunkel braun gebrannte Kerle umherschwirren, also alles "Notfälle" ... ? ...so.so;-)

  18. Erika Kerschgens

    #53 Koffer 999

  19. Alexander Graske

    #43 Vor hunderten Jahren wurden Häuser gebaut durch tüchtige Handwerker und nicht durch Bürokratische Sesselpupser die die Leute aufs Schwein gehen! Fakt ist Häuser werden gebaut durch Handwerker und nicht von Bürokraten! Grüße an "huckleberry-flinn" :)

  20. alter fahrer

    gangolf ritscher @alle Sesselbegaser in ihren kuschelig weichen und warmen Büros : ARBEITET bei dem Wetter mal auf dem Bau, als Dachdecker, im Straßenbau , Gerüstbau,... DANN ERST dürft ihr auch mal jammern! ok? Danke ----------------- Arbeiten sie dort , wenn ja verstehe ich den Beitrag nicht den es gibt Wetterrichtlinen für Arbeiten die drausen Verichtet werden und die Fürsogrepflicht des Arbeitgebers Die diese allgemeine Forderung konkretisierende Arbeitsstättenregel "ASR A3.5 Raumtemperatur" legt im Punkt 4.3 Abs. 2 fest, dass die Lufttemperatur in Arbeits- und Sozialräumen +26 °C nicht überschreiten sollen, anderenfalls sei der Raum mit geeig­neten Sonnenschutzsystemen auszurüsten. Verschiedene Kommentare zum Arbeitsschutz leiten daraus ab, dass bei einer Effektivtemperatur am Arbeitsplatz von 27 - 29°C eine Arbeitszeit von höchstens 6 Stunden zulässig ist, bei 29 - 31° C höchstens 4 Stunden bei 31 - 35° C dürften nur noch Notfallarbeiten durchgeführt werden. Durch das Arbeitsschutzgesetz hat der Arbeitgeber die Pflicht, eine Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz durchzuführen. Bestehende Gefahren müssen beseitigt oder entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. So muss der Arbeitgeber bei heißem Wetter seinen Arbeitnehmern ausreichend und kostenlos Getränke zur Verfügung stellen. Und zumindest in der Pause müssen sie die Möglichkeit haben, sich an einem schattigen Platz erholen zu können.

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