Loading...

Die private Altersvorsorge hat mit historisch niedrigen Zinsen zu kämpfen. Freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung können eine interessante Alternative sein, die sich vor allem für Menschen ab 50 lohnt - doch nicht jeder darf seine Rente auf diese Weise aufstocken. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu dem Thema.

Mehr Verbraucher-Themen finden Sie hier

Fürs Alter finanziell vorzusorgen, ist ein Muss. Die meisten denken dabei vor allem an die private Vorsorge. Doch die bringt angesichts historisch niedriger Zinsen kaum noch etwas.

Es gibt allerdings noch eine andere Möglichkeit: "Heutzutage können freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eine interessante Alternative sein", sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf.

"Kunden, die eine klassische private Rentenversicherung oder eine Rürup-Rente abschließen, haben inzwischen oft nicht einmal die Garantie, ihre eingezahlten Beiträge nach einer Rentenphase von 15 oder 20 Jahren herauszubekommen", sagt Theo Pischke von der Stiftung Warentest in Berlin. Bei der gesetzlichen Rentenversicherung ist das anders.

Sie basiert nicht auf dem Kapitaldeckungsverfahren, sondern auf dem Umlageverfahren. Die Beiträge werden also nicht angespart, sondern fließen gleich an die derzeitigen Rentner - und mit jeder Einzahlung sammeln Versicherte auch Punkte für das eigene Rentenkonto. Dazu beantworten die Experten wichtige Fragen.

Für wen lohnen sich freiwillige Beiträge?

"Freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung lohnen sich für alle, die älter als 50 Jahre alt sind", erklärt Pischke. Der Grund: Derzeit sind Beitragssätze und Rentenniveau stabil. Ob sich das für Jüngere rechnet, ist ungewiss.

"Bei der gesetzlichen Rentenversicherung ist nicht absehbar, wie sich etwa die rechtlichen Rahmenbedingungen oder die Lohnentwicklung ändern werden", gibt Scherfling zu bedenken. Insofern kann niemand sagen, ob in 20 Jahren die gesetzliche Rentenversicherung für freiwillige Beiträge vorteilhafter ist als Alternativanlagen.

Wer darf freiwillig einzahlen?

Generell gilt: Freiwillig in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen können alle, die in Deutschland wohnen und mindestens 16 Jahre alt sind.

"Das gilt etwa für Selbstständige, Freiberufler, Beamte oder nicht erwerbstätige Erwachsene wie etwa Hausfrauen", erläutert Dirk von der Heide von der Deutschen Rentenversicherung in Berlin.

Auch Deutsche, die im Ausland wohnen, können freiwillige Beiträge zahlen. Selbst wer bereits eine vorgezogene Rente bezieht, kann noch bis zum Erreichen des regulären Rentenalters seine Rente mit freiwilligen Beiträgen erhöhen.

Wer darf nicht freiwillig einzahlen?

Die Einschränkung lautet: "Wer versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung ist, kann sich nicht zusätzlich freiwillig versichern", betont von der Heide.

Dagegen können Personen, die nur kurz gearbeitet haben, - etwa Mütter - mit freiwilligen Beiträgen die Mindestversicherungszeit erfüllen und sich damit eine Rente sichern.

Wie viel darf eingezahlt werden?

Die Höhe der Zahlungen kann selbst festgelegt und jederzeit verändert werden. Derzeit sind Beiträge zwischen 83,70 Euro und 1.209 Euro pro Monat möglich.

Infografik aus einer Broschüre der Deutschen Rentenversicherung.

Wie sehen die Zahlungsmodalitäten aus?

Freiwillige Zahlungen in die Rentenversicherung sind monatlich, aber auch auf einen Schlag einmal im Jahr möglich. "Dabei können freiwillige Beiträge rückwirkend für das laufende Kalenderjahr gezahlt werden", so von der Heide. Bis zum 31. März besteht die Möglichkeit, auch für das Vorjahr Beiträge zu zahlen.

Wer sich für freiwillige Zahlungen interessiert, sollte sich im Vorfeld von der Rentenversicherung beraten lassen. Beratungsstellen gibt es in vielen Städten, auch eine Kontaktaufnahme über die kostenlose Hotline ist möglich. Die Nummer ist 0800/10004800.

So kann man sicher klären, wann und wie Zahlungen möglich sind, bis wann Nachzahlungen geleistet werden können oder wie man bei einem vorzeitigen Renteneintritt Abzüge ausgleichen kann. "Ziel des Gesprächs sollte vor allem sein zu klären, ob das im eigenen Fall überhaupt sinnvoll ist", so Scherfling.

Wie und wo können freiwillige Beiträge gezahlt werden?

Die freiwillige Versicherung erfolgt auf Antrag, der etwa in einer Auskunfts- oder Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung oder bei einem Versichertenältesten beziehungsweise -berater gestellt werden kann. Auch auf der Webseite der Deutschen Rentenversicherung ist das Antragsformular abrufbar.

Die Beiträge können entweder per Abbuchung oder per Überweisung entrichtet werden. Einmal jährlich erstellt die Rentenversicherung eine Beitragsbescheinigung über die gezahlten Beiträge.

Was sind weitere Vor- und Nachteile zu einer privaten Rentenversicherung?

Was generell für die gesetzliche Rentenversicherung spricht: Die Zahlung einer Altersrente aus diesem Topf erfolgt ein Leben lang - egal, wie alt man wird. Durch die Rentenanpassungen erhöht sich die Rente.

Aber: Die gesetzliche Rente ist steuerpflichtig. Der Anteil, der versteuert werden muss, wird in den kommenden Jahren schrittweise auf 100 Prozent angehoben. Dagegen muss bei einer privaten Rentenversicherung meist nur der Ertragsanteil versteuert werden. (mar/dpa)

Weitere Informationen:

Bildergalerie starten

Bargeld abheben: So vermeiden Sie Gebühren

Bargeld kann ein teures Gut sein: An manchen Automaten fallen Gebühren an, immer mehr Banken verlangen für die Ausgabe kleiner Beträge Geld. Mit diesen Tipps von Stiftung Warentest kommen Sie ohne zusätzliche Kosten an Bargeld.

Comments

  1. Anne Mayer

    Es ist wirklich Rechenfrage und einige nutzen es sogar um Abzüge mit 63 auszugleichen. So wie ich las gehen die Zusatzzahlungen als Arbeitnehmer ab 50 seit Flexirentengesetz vorher ab 55. Abgezogen werden 7,3 Prozent plus Eigenanteil KK plus PV Man weiß leider im voraus die jährlichen Rentenanpassungen nicht ,was bei 2 Prozent jährlich in 5 Jahren 10 Prozent + -ergäbe. Die Einzahlungen kann man von Steuer absetzen Denke nicht das bei Direktversicherung mit Abzug doppeltem KV Beitrag am Ende mehr rauskommt . Ich lese es nur als vorgestellte Möglichkeit und nicht jeder kennt sich mit Börse und Aktien aus. Stirbt man bevor alles zurück ist es nur dann nicht verloren wenn noch Partnerda und länger lebt über Witwen/Witwerrente . Bei Privatrenten gibt es auch keine Garantien mehr bei der Nullzinspolitik.

  2. Bernd Holzwarth

    Hans Christel # 92 sagen alle faulen Leute. - Realitätsfremd zu 100%! Wahrscheinlich nie gearbeitet,Rechnen unfähig,vom Leben keine Ahnung.Wenn das alles ist in Ihrem Leben saublöde Kommentare zu schreiben wie immer,dann wären sie bemitleidenswert.Nur nicht von mir.Genau die Sorte Mensch ,die keiner braucht.Hat bestimmt Ihr Lehrer schon gesagt ,sofern sie eine Schule besucht haben.Immer der gleiche Dreck von Ihrer Tastatur.Vom Hirn kanns nicht kommen.

  3. Karl Flach

    ich sag nur "soilent green"

  4. Max Frisch

    Man müsste ca. 22 Jahre Rente beziehen um den eingezahlten Betrag wieder herauszubekommen den man eingezahlt hat (sozialversicherungsbereinigt). Bei einer jährlichen Inflation von ca 1,5 %. noch länger. Dh. wer so ca. mehr als 90 Jahre alt wird, für den wird sich so etwas lohnen. Wer jedoch 1 Jahr nach Beginn des Rentenbezuges stirbt, kann dieses Geld nicht einmal mehr vererben.

  5. Wolfgang Schnack

    Wovon privat einzahlen ? Mindestlohn 8,84 Brutto ? Riester = Betrug, also 2 Arbeitsstellen fürs Leben und 1 Arbeitsstelle für Rente, KK, Pflege u.s.w.

  6. Hans Christel

    # 94 seit wie vielen Stunden hat Österreich eine Nazi Regierung ?

  7. Siegfried Faller

    "Hirtenbub"...

  8. Siegfried Faller

    Hirtnebub Nobbi Blüm: "Die Rente ischd sischer..." Hat er aber nur seine Eigene gemeint.

  9. Michael Hendorf

    Man braucht gut 18 Jahre um das was man extra eingezahlt hat wieder raus zu bekommen. Wenn man normal mit 65 Jahren in Rente geht muss man schon min. 83 Jahre alt werden. Selbst eine Anpassung um 3% jedes Jahr bringt nur 2 Jahre weniger. Das ganze ist also auf Gewinn der Rentenkasse ausgelgt, zumindestens bei Männern.

  10. Glenn Star

    #79 Dieter Wenzel - So ist es und die rund 100 Millionen sind fiktiv und viel zu niedrig angesetzt. "Mehr sog/schreib i net"!!!!

  11. Karst-Uwe Rahs

    Ne AK wäre deutlich "to much", das besorgt das Gesundheitsystem viel smarter, wer arm ist stirbt eher...

  12. Glenn Star

    #44 Peter Jansen - Glauben Sie wirklich daran, dass diesbezüglich etwas passiert WENN sich das Volk nicht endlich erhebt? Wir erleben eine Unterdrückung wie in besten DDR-Zeiten und falls es immer noch nicht alle wissen Bundeskanzlerin ist ein Kind der Deutschen Demokratischen Republik mit beachlichter politischer Laufbahn und Vita hüben wie drüben!!! WARUM erhalten in unserem Nachbarland Österreich (Jargon Linkspopulisten) mit der versifften Nazi-Regierung da Konservativ bei gleicher Vorleistung ca 40% mehr Rente??? Rentenalter 65 Jahre A in D wird es spätestens in der nächsten Legislaturperiode auf 70 Jahre erhöht sollten wir uns nicht endlich und gemeinsam gegen politischee Willkür wehren !!!

  13. Hans Christel

    # 92 sagen alle faulen Leute.

  14. andre strebe

    Das Ding ist durch. Arbeiten lohnt sich nicht das sieht man doch.

  15. Hans Christel

    # 88 dann aber im Wald. Keine Sauerei zu Hause.

  16. Hans Christel

    Die Rente ist das Resultat Ihrer Lebens Arbeit LEISTUNG und nicht Ihrer abgesessenen Hartz IV Jahre.

  17. Hans Christel

    # 78 Bauen schafft Grauen aber die Mieteinnahmen sind sehr beruhigend im Alter. Immobilien sind einfach die beste Anlage.

  18. *****

    Dieser Kommentar wurde gesperrt und wird deshalb nicht angezeigt.

  19. Konrad Wüste

    kauft euch "Der Aktionär", da wird ein Musterdepot mit Aktien geführt. Das bringt mehr als Zusatzbeiträge in die Rentenkasse einzuzahlen.

  20. Bernd Diedler

    "Toll" die Bilder der Werbeindustrie, von immer gut und glücklich aussehenden Rentnern, die ganz bestimmt nicht beim Staat betteln müssen und irgendwelche Rentenfreibeträge nötig haben,, da bekommt man Lust aufs Alter.....vergessen..... bin ja fast so alt...............

Leave a Reply